"Außerdem studierte er abstruse Bücher, die aus chaldäischen Bibliotheken
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."

Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten


Mittwoch, 26. Februar 2014

Endlich hat's jemand kapiert

Ich bin kein großer Freund des scheinbar nicht enden wollenden Superhelden-Booms in den Kinos. Man muss ja nicht gleich so weit gehen wie Alan Moore, der letztes Jahr in einem Interview mit dem Guardian erklärte: "I think it's a rather alarming sign if we've got audiences of adults going to see the Avengers movie and delighting in concepts and characters meant to entertain the 12-year-old boys of the 1950s." Aber auch ich denke, es ist ein Zeichen der anhaltenden intellektuellen und künstlerischen Krise in Hollywood, wenn uns die großen Studios Sommer für Sommer mit einem gefühlten halben Dutzend Marvel- und DC-Adaptionen bombardieren. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Neben Warner Bros. bisher wenig überzeugend wirkenden Versuchen, mit Superman, Batman und der Justice League ein Konkurrenzteam zu Marvels Avengers aufzubauen, plant Sony, seinen Amazing Spiderman mit drei Sequels und Filmen über Venom und die Sinister Six offenbar gleichfalls zu einem Monster-Franchise aufzublähen.
Superhelden-Filme passen perfekt zu einer Ära, in der permanent die Oberfläche über den Inhalt triumphiert. Hollywood wehrt sich nach wie vor mit Händen und Füßen dagegen, die Augen zu öffnen und sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Verständlich, dass sich Studiobosse und Filmemacher in den Comicuniversen von DC und Marvel offenbar so wohl fühlen.
Man verstehe mich bitte nicht falsch, Superhelden-Flicks können äußerst unterhaltsam sein, aber sie sind von Natur aus nicht das richtige Format, um sich auf differenzierte Weise mit ernstzunehmenden Themen auseinanderzusetzen. Und solche Filme hätten wir wirklich bitter nötig! Schlimmer noch als die allmählich bloß noch ermüdend wirkende Menge der Marvel- und DC-Adaptionen ist für mich deshalb auch der offenbar recht weit verbreitete Irrglaube, sie könnten oder sollten mehr sein als farbenfroher Unsinn. Ich hasse solch prätentiöse Streifen wie Christopher Nolans Dark Knight - Trilogie oder Zack Snyders Man of Steel! Um so glücklicher macht es mich, dass wir mit James Gunns Guardians of the Galaxy in diesem August endlich einen Marvel-Flick zu sehen bekommen könnten, der so verrückt und absurd ist, wie Filme dieser Art meiner Meinung nach sein sollten. Vorausgesetzt das Endprodukt hält was der wunderbar pulpmäßige Trailer verspricht:


Ich will jetzt schon ein Poster von Rocket Racoon mit Maschinengewehr!

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