Die eher literarisch oder litetarisch-historisch ausgerichteten Posts der letzten Woche könnten den Eindruck erweckt haben, dass ich meine kleine Mario Bava - Reihe kurz nach Beginn bereits wieder eingemottet habe. Dem ist nicht der Fall! Ich arbeite gerade an einer Besprechung von I tre volti della paura / Black Sabbath (1963), fürchte jedoch, dass ich sie heute Nacht nicht mehr zum Abschluss bringen werde. Und in den nächsten zwei Tagen wartet mal wieder Tagelöhnerarbeit auf mich ... Und so dachte ich mir, als kleine Überbrückung für alle Freundinnen & Freunde des italienischen Horrorfilms könnte ich ja ein paar Videoclips von der US-Tour der unvergleichlichen Prog-Rock-Band Goblin präsentieren, die diese 2013 in wiederhergestellter klassischer Formation unternommen hat. Zu jedem der Stücke bekommt man dabei Szenen aus den entsprechenden Filmen des großen Dario Argento zu sehen: Profondo Rosso (1975) * Suspiria (1977) * Tenebrae (1982) * Phenomena (1985).
Seiten
"Außerdem studierte er abstruse Bücher, die aus chaldäischen Bibliotheken
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."
Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."
Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten
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Mittwoch, 20. August 2014
Freitag, 27. Dezember 2013
Die wunderliche Welt der Star Wars - Rip-offs
Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob der gargantuane Erfolg des ersten Star Wars - Films ein Fluch oder ein Segen für das SciFi-Kino und den {amerikanischen} Film im Allgemeinen gewesen ist. Mir selbst würde es schwerfallen, da eindeutig Stellung zu beziehen. Wofür ich Onkel George jedoch ganz sicher auf ewig dankbar sein werde, ist, dass sein Weltraumabenteuer Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre eine Reihe höchst skuriller Rip-offs nach sich zog. Niemand wird behaupten wollen, dass sich in dieser bunten B-Movie-Schar irgendwelche vergessenen Meisterwerke verstecken würden. Aber wer meine leicht perverse Liebe zu absurdem Trash teilt, wird an ihnen seine helle Freude haben. Und so lade ich denn alle Gleichgesinnten zu einem Abstecher in eine ganz andere "weit weit entfernte Galaxis" ein. Uns erwarten Abenteuer, wie sie sich kein gesundes Hirn jemals erträumt hätte.
Starcrash (1979)
Unsere kleine Rundreise beginnt gleich mit einem Juwel seiner Art. Knapp zwei Jahre nachdem George Lucas sämtliche Kassenrekorde gebrochen hatte, präsentierte Luigi Cozzi dem hungrigen Kinopublikum seine Version einer Space Opera unter dem grandiosen Titel Scontri stellari oltre la terza dimensione {ungefähr: "Stellare Zusammenstöße jenseits der dritten Dimension"}. Starcrash kann nicht nur mit sexy Genre-Ikone Caroline Munro, sondern auch mit einer Story glänzen, die bei aller Einfachheit so gut wie überhaupt keinen Sinn macht. Lichtschwerter kommen auch vor ...
Luigi Cozzi ist ein nicht uninteressanter Vertreter der prachtvollen italienischen B-Movie-Traditionen. Seine Karriere begann passenderweise mit einem SciFi-Amateurfilm, durch den Dario Argento auf ihn aufmerksam wurde. An seiner Seite sammelte er erste Erfahrungen als Co-Regisseur und Drehbuchschreiber, beschäftigte sich Mitte der 70er Jahre aber auch mit der Organisation von SciFi-Filmfestivals, auf denen das Publikum in den Genuss solcher Klassiker wie The Thing From Another World, The Cat People, Things To Come und Invasion of the Body Snatchers kommen konnte. Als bekannt wurde, dass Dino de Laurentiis ein Remake von King Kong plante, bewies Cozzi zum ersten Mal, dass er eine Nase für mögliche Cash-ins hatte. Nachdem sein Versuch, die italienischen Rechte für den britischen Riesenmonsterflick Gorgo (1961) zu erwerben, gescheitert war, wandte er sich stattdessen dem Urvater aller Kaijus zu – Ishirō Hondas Gojira (1954) – und brachte 1977 eine kolorierte und um zwanzig Minuten erweiterte Version in die Kinos. Eigenen Aussagen zufolge testete er bei der Überarbeitung von Godzilla die Stop-Motion-Technik, die ein Jahr später bei Starcrash zum Einsatz kommen sollte.
Nachdem er George Lucas' Werk geplündert hatte, wandte sich der gewiefte Kinopirat 1980 dem von Ridley Scott zu und drehte mit Contamination ein unterhaltsames Alien-Rip-off mit Horror-B-Movie-Legende Ian McCulloch in der Hauptrolle. Kim Newman hat den Streifen wohl nicht zu Unrecht als "the best of the Italian Alien pseudo-sequels"* bezeichnet. Was Cozzis spätere Werke angeht, so ist mir Nosferatu in Venice (1988) leider nicht aus eigener Anschauung bekannt. Ein Sequel zu Werner Herzogs Nosferatu (1979), bei dem sich Klaus Kinski nach dem Abgang von Mario Caiano als Regisseur versuchte, wobei ihm Cozzi als Unterstützung zur Seite gestellt wurde? Das Ergebnis mag noch so grottig sein, ich möchte es unbedingt einmal gesehen haben! Mit De Profundis aka The Black Cat aka Demons 6 (1989) schuf Cozzi außerdem einen inoffiziellen Abschluss zu Dario Argentos "Drei Mütter" - Trilogie. Ein ausgesprochen kurioser Film, geht es in ihm doch um einen Regisseur und einen Drehbuchschreiber, die eine Fortsetzung zu Argentos Suspiria und Inferno drehen wollen, was Levana, der dritten der "Mütter", überhaupt nicht gefällt! Ist das jetzt "meta" oder "mental"? Da das Ergebnis ziemlich unterirdisch ausgefallen ist, tippe ich eher auf letzteres: Amateurhaft anmutende Versuche, den Stil des genialen Horror-Auteurs nachzuahmen; grausige Schnitte; echt miese Spezial- und Soundeffekte; bizarre Ausbrüche von Rockmusik; Bärte, die von einer Szene zur nächsten verschwinden oder wieder auftauchen ... Diesen Flick kann nicht einmal mehr Caroline Munro retten.
Nun ja, jeder darf mal danebenlangen. Mit Starcrash verdanken wir Luigi Cozzi jedenfalls ein wahres Wunderwerk des Trashs. Der Streifen hat alles, was man sich von derartigem SciFi-Schlock nur wünschen kann. Er ist farbenfroh, verrückt und völlig hemmungslos. Und er macht ganz einfach irrsinnig viel Spaß.
Ich glaube nicht, dass es sehr viel Sinn machen würde, wollte ich versuchen den Plot des Films hier im Detail nachzuzeichnen. Die Geschichte von Schmugglerin Stella Star (Caroline Munro) – der besten Astro-Pilotin des Universums – und ihrem mystisch begabten Kumpel Akton (Marjoe Gortner), die erst von imperialen Truppen verhaftet werden, um sich wenig später gemeinsam mit dem grüngesichtigen Offizier Thor (Robert Tessier) und Polizeiroboter Elle (Judd Hamilton) im Auftrag des galaktischen Imperators (Christopher Plummer) aufzumachen, die geheime Superwaffe des bösen Count Zarth Arn (Joe Spinell) zu finden und zu zerstören, ist so wirr und widersprüchlich, dass es einer Beleidigung gleichkäme, wollte man sie als ein kohärentes Etwas darstellen.
Worin der besondere Reiz von Starcrash besteht? Zuerst einmal gehört der Streifen nicht zur Kategorie der "so bad it's good" - Filme wie etwa Ed Woods Plan 9 From Outer Space oder Claudio Fragassos Troll 2. Noch viel weniger ist einer jener meist eher nervigen, absichtlich schlecht gemachten Flicks wie Asylums Sharknado. Er ist liebenswert für das, was er ist. Um ihn so richtig genießen zu können, braucht man keine ironische Distanz. Ganz im Gegenteil! Man muss sich kopfüber in das kunterbunte Pulp-Universum stürzen, das sich einem hier eröffnet. Es ist seine fröhliche Naivität, die für mich den unwiderstehlichen Charme von Starcrash ausmacht. Cozzis Film wirkt wie einer der letzten Vertreter einer unschuldigeren Ära, bevor postmoderne Cleverness und "Ironie" dem simplen Spaß, den gute Pulp-Geschichten verbreiten sollten, den Kampf angesagt hatten. Und mehr noch als Star Wars zehrt der Film von den pulpigen Traditionen des Genres. Man braucht sich ja bloß die Sequenz mit dem Amazonen-Planeten oder den Bösewicht Zarth Arn anschauen, der sehr viel mehr von Flash Gordons Ming the Merciless als von Darth Vader hat.
Viel mehr habe ich eigentlich nicht zu Starcrash zu sagen. Das ist einer jener Filme, die man sehen muss, um zu verstehen, warum ihm von B-Movie-Fans so viel Liebe entgegengebracht wird. Ich möchte bloß noch erwähnen, dass ich die Beziehung zwischen Stella und Roboter Elle für den rührendsten Bestandteil der Geschichte halte. Dass unsere Heldin sich am Ende selbstverständlich in einen waschechten Prinzen (David Hasselhoff) verlieben muss, entspricht den Konventionen des Genres. Ich jedoch hatte das Gefühl, dass zwischen ihr und dem Blechkameraden emotional sehr viel mehr abgeht als bei dem Blaublüter.
Nachdem er George Lucas' Werk geplündert hatte, wandte sich der gewiefte Kinopirat 1980 dem von Ridley Scott zu und drehte mit Contamination ein unterhaltsames Alien-Rip-off mit Horror-B-Movie-Legende Ian McCulloch in der Hauptrolle. Kim Newman hat den Streifen wohl nicht zu Unrecht als "the best of the Italian Alien pseudo-sequels"* bezeichnet. Was Cozzis spätere Werke angeht, so ist mir Nosferatu in Venice (1988) leider nicht aus eigener Anschauung bekannt. Ein Sequel zu Werner Herzogs Nosferatu (1979), bei dem sich Klaus Kinski nach dem Abgang von Mario Caiano als Regisseur versuchte, wobei ihm Cozzi als Unterstützung zur Seite gestellt wurde? Das Ergebnis mag noch so grottig sein, ich möchte es unbedingt einmal gesehen haben! Mit De Profundis aka The Black Cat aka Demons 6 (1989) schuf Cozzi außerdem einen inoffiziellen Abschluss zu Dario Argentos "Drei Mütter" - Trilogie. Ein ausgesprochen kurioser Film, geht es in ihm doch um einen Regisseur und einen Drehbuchschreiber, die eine Fortsetzung zu Argentos Suspiria und Inferno drehen wollen, was Levana, der dritten der "Mütter", überhaupt nicht gefällt! Ist das jetzt "meta" oder "mental"? Da das Ergebnis ziemlich unterirdisch ausgefallen ist, tippe ich eher auf letzteres: Amateurhaft anmutende Versuche, den Stil des genialen Horror-Auteurs nachzuahmen; grausige Schnitte; echt miese Spezial- und Soundeffekte; bizarre Ausbrüche von Rockmusik; Bärte, die von einer Szene zur nächsten verschwinden oder wieder auftauchen ... Diesen Flick kann nicht einmal mehr Caroline Munro retten.
Nun ja, jeder darf mal danebenlangen. Mit Starcrash verdanken wir Luigi Cozzi jedenfalls ein wahres Wunderwerk des Trashs. Der Streifen hat alles, was man sich von derartigem SciFi-Schlock nur wünschen kann. Er ist farbenfroh, verrückt und völlig hemmungslos. Und er macht ganz einfach irrsinnig viel Spaß.
Ich glaube nicht, dass es sehr viel Sinn machen würde, wollte ich versuchen den Plot des Films hier im Detail nachzuzeichnen. Die Geschichte von Schmugglerin Stella Star (Caroline Munro) – der besten Astro-Pilotin des Universums – und ihrem mystisch begabten Kumpel Akton (Marjoe Gortner), die erst von imperialen Truppen verhaftet werden, um sich wenig später gemeinsam mit dem grüngesichtigen Offizier Thor (Robert Tessier) und Polizeiroboter Elle (Judd Hamilton) im Auftrag des galaktischen Imperators (Christopher Plummer) aufzumachen, die geheime Superwaffe des bösen Count Zarth Arn (Joe Spinell) zu finden und zu zerstören, ist so wirr und widersprüchlich, dass es einer Beleidigung gleichkäme, wollte man sie als ein kohärentes Etwas darstellen.
Worin der besondere Reiz von Starcrash besteht? Zuerst einmal gehört der Streifen nicht zur Kategorie der "so bad it's good" - Filme wie etwa Ed Woods Plan 9 From Outer Space oder Claudio Fragassos Troll 2. Noch viel weniger ist einer jener meist eher nervigen, absichtlich schlecht gemachten Flicks wie Asylums Sharknado. Er ist liebenswert für das, was er ist. Um ihn so richtig genießen zu können, braucht man keine ironische Distanz. Ganz im Gegenteil! Man muss sich kopfüber in das kunterbunte Pulp-Universum stürzen, das sich einem hier eröffnet. Es ist seine fröhliche Naivität, die für mich den unwiderstehlichen Charme von Starcrash ausmacht. Cozzis Film wirkt wie einer der letzten Vertreter einer unschuldigeren Ära, bevor postmoderne Cleverness und "Ironie" dem simplen Spaß, den gute Pulp-Geschichten verbreiten sollten, den Kampf angesagt hatten. Und mehr noch als Star Wars zehrt der Film von den pulpigen Traditionen des Genres. Man braucht sich ja bloß die Sequenz mit dem Amazonen-Planeten oder den Bösewicht Zarth Arn anschauen, der sehr viel mehr von Flash Gordons Ming the Merciless als von Darth Vader hat.
Viel mehr habe ich eigentlich nicht zu Starcrash zu sagen. Das ist einer jener Filme, die man sehen muss, um zu verstehen, warum ihm von B-Movie-Fans so viel Liebe entgegengebracht wird. Ich möchte bloß noch erwähnen, dass ich die Beziehung zwischen Stella und Roboter Elle für den rührendsten Bestandteil der Geschichte halte. Dass unsere Heldin sich am Ende selbstverständlich in einen waschechten Prinzen (David Hasselhoff) verlieben muss, entspricht den Konventionen des Genres. Ich jedoch hatte das Gefühl, dass zwischen ihr und dem Blechkameraden emotional sehr viel mehr abgeht als bei dem Blaublüter.
Galaxina (1980)
Wenn Starcrash noch ernst gemeint war {d.h. so ernst wie etwa Buck Rogers in den 30er & 40er Jahren}, so betreten wir mit Galaxina einwandfrei satirischen Boden. William Sachs' Streifen kann als ein direkter Vorläufer zu Stewart Raffills wunderbaren Ice Pirates (1984) gelten, versucht doch auch er im Rahmen eines vulgären Weltraumabenteuers gleich eine ganze Reihe von Genre-Klassikern zu parodieren. Neben Star Wars trifft es vor allem Star Trek, Alien und 2001.
Einen Kommentar zu diesem Trailer verkneif ich mir lieber. Was den Inhalt des Films angeht, wäre es eigentlich völlig ausreichend, Space-Bösewicht Ordric of Mordric zu zitieren: "What's this shit!?" Dennoch möchte ich versuchen, rasch das zu skizzieren, was man mit viel gutem Willen als den Plot von Galaxina bezeichnen könnte:
Die Crew des Polizeiraumschiffs Infinity – ein Haufen kaputter Typen unter dem Kommando von Captain Cornelius Butt {was nicht nur "Hintern" bedeutet, sondern wohl auch eine Anspielung auf den großartigen Harry Mudd aus Star Trek sein soll} – erhält den Befehl, zu einer weit entfernten ehemaligen Sträflingskolonie zu fliegen, da dort die legendäre Wundersubstanz "Blue Star" gefunden wurde. Hinter der ist allerdings auch der fiese Ordric her, mit dem sich die Infinity bereits ein kleines Weltraumduell geliefert hat. Während die Mannschaft in ihren kryogenischen Schlafkammern "überwintert", verliebt sich Roboter Galaxina in den ersten Offizier Thor {warum ist mir unklar, aber hey – die Auswahl an möglichen Partnern ist nicht eben groß} und verwandelt sich aus einer eiskalten, emotionslosen Androidin in eine leidenschaftliche Frau. Den Plot bringt das übrigens kein Stück voran. An ihrem Ziel angelangt stoßen unsere Helden nicht nur auf eine Westernstadt, in deren Saloon vorzugsweise "Mensch" serviert wird und ein Mr. Spock - Verschnitt als Bartender fungiert, sondern müssen sich auch mit Ordric und einer Bikergang herumschlagen, die eine Harley Davidson als Gott verehrt.
Das klingt jetzt sicher wie absoluter Bullshit, und mit dieser Einschätzung läge man nicht gar zu weit von der Wahrheit entfernt. Nach allen einigermaßen objektiven Maßstäben beurteilt ist Galaxina ein echt mieser Film. Oder besser ausgedrückt: Er ist wie der alte Sam Wo auf dem Maschinendeck der Infinity – völlig stoned. Genau darin besteht aber auch sein Reiz.
Subtile Satire darf man natürlich nicht erwarten. Hier wird der Holzhammer geschwungen, und schlechter Geschmack ist oberstes Gebot. Dafür dürfen wir einige wunderbar groteske Szenen bewundern. So etwa, wenn plötzlich ein schrottreifes Space Shuttle durchs Bild getrudelt kommt. Das hat nicht nur nichts mit der Story zu tun, sondern wirkt angesichts der Tatsache, dass das erste Shuttle Columbia überhaupt erst 1981 gestartet ist, reichlich irritierend. Ist die Ähnlichkeit bloß ein Zufall?
Und in wenigstens einer Hinsicht ist Galaxina sogar richtig intelligent gemacht. Der Soundtrack ist beinah schon genial! Zum Großteil besteht er aus klassischen Kompositionen à la 2001. Und auch wenn es etwas simpel anmutet, wenn Captain Butts erster Auftritt mit dem Vorspiel aus Richard Strauß' Also sprach Zarathustra unterlegt ist, so erweist sich das ironische Spiel mit berühmten Musikstücken in der Folge als sehr viel geschickter gemacht. Alle Wagnerfans mögen die Ohren aufsperren und auf den Liebestod aus Tristan und Isolde warten. Ich jedenfalls musste bei dieser Szene laut loslachen. Hinzu kommen einige deutliche Anspielungen auf den Soundtrack von Alien sowie das stellenweise Anzitieren der typischen Musik einer Hollywood-Schnulze.
In die Riege echter Trash-Klassiker wie The Ice Pirates aufgenommen zu werden, verdient Galaxina dennoch nicht. Grund hierfür ist vor allem, dass uns die Crew der Infinity anders als Jason und seine Kumpels nicht ans Herz wächst. Butt, Thor, Buzz, Maurice, Sam Wo und Galaxina sind keine Charaktere, für die wir Sympathie entwickeln könnten. Sie bleiben den ganzen Film über grobschlächtige Karrikaturen oder sterile, wenig liebenswerte Klischeefiguren.
Alles in allem gilt für Galaxina dasselbe wie für den Mainzer Rosenmontagszug: Nüchtern sollte man sich das nicht anschauen, aber mit der richtigen alkoholischen Unterfütterung kann es ein Riesenspaß werden.
Einen Kommentar zu diesem Trailer verkneif ich mir lieber. Was den Inhalt des Films angeht, wäre es eigentlich völlig ausreichend, Space-Bösewicht Ordric of Mordric zu zitieren: "What's this shit!?" Dennoch möchte ich versuchen, rasch das zu skizzieren, was man mit viel gutem Willen als den Plot von Galaxina bezeichnen könnte:
Die Crew des Polizeiraumschiffs Infinity – ein Haufen kaputter Typen unter dem Kommando von Captain Cornelius Butt {was nicht nur "Hintern" bedeutet, sondern wohl auch eine Anspielung auf den großartigen Harry Mudd aus Star Trek sein soll} – erhält den Befehl, zu einer weit entfernten ehemaligen Sträflingskolonie zu fliegen, da dort die legendäre Wundersubstanz "Blue Star" gefunden wurde. Hinter der ist allerdings auch der fiese Ordric her, mit dem sich die Infinity bereits ein kleines Weltraumduell geliefert hat. Während die Mannschaft in ihren kryogenischen Schlafkammern "überwintert", verliebt sich Roboter Galaxina in den ersten Offizier Thor {warum ist mir unklar, aber hey – die Auswahl an möglichen Partnern ist nicht eben groß} und verwandelt sich aus einer eiskalten, emotionslosen Androidin in eine leidenschaftliche Frau. Den Plot bringt das übrigens kein Stück voran. An ihrem Ziel angelangt stoßen unsere Helden nicht nur auf eine Westernstadt, in deren Saloon vorzugsweise "Mensch" serviert wird und ein Mr. Spock - Verschnitt als Bartender fungiert, sondern müssen sich auch mit Ordric und einer Bikergang herumschlagen, die eine Harley Davidson als Gott verehrt.
Das klingt jetzt sicher wie absoluter Bullshit, und mit dieser Einschätzung läge man nicht gar zu weit von der Wahrheit entfernt. Nach allen einigermaßen objektiven Maßstäben beurteilt ist Galaxina ein echt mieser Film. Oder besser ausgedrückt: Er ist wie der alte Sam Wo auf dem Maschinendeck der Infinity – völlig stoned. Genau darin besteht aber auch sein Reiz.
Subtile Satire darf man natürlich nicht erwarten. Hier wird der Holzhammer geschwungen, und schlechter Geschmack ist oberstes Gebot. Dafür dürfen wir einige wunderbar groteske Szenen bewundern. So etwa, wenn plötzlich ein schrottreifes Space Shuttle durchs Bild getrudelt kommt. Das hat nicht nur nichts mit der Story zu tun, sondern wirkt angesichts der Tatsache, dass das erste Shuttle Columbia überhaupt erst 1981 gestartet ist, reichlich irritierend. Ist die Ähnlichkeit bloß ein Zufall?
Und in wenigstens einer Hinsicht ist Galaxina sogar richtig intelligent gemacht. Der Soundtrack ist beinah schon genial! Zum Großteil besteht er aus klassischen Kompositionen à la 2001. Und auch wenn es etwas simpel anmutet, wenn Captain Butts erster Auftritt mit dem Vorspiel aus Richard Strauß' Also sprach Zarathustra unterlegt ist, so erweist sich das ironische Spiel mit berühmten Musikstücken in der Folge als sehr viel geschickter gemacht. Alle Wagnerfans mögen die Ohren aufsperren und auf den Liebestod aus Tristan und Isolde warten. Ich jedenfalls musste bei dieser Szene laut loslachen. Hinzu kommen einige deutliche Anspielungen auf den Soundtrack von Alien sowie das stellenweise Anzitieren der typischen Musik einer Hollywood-Schnulze.
In die Riege echter Trash-Klassiker wie The Ice Pirates aufgenommen zu werden, verdient Galaxina dennoch nicht. Grund hierfür ist vor allem, dass uns die Crew der Infinity anders als Jason und seine Kumpels nicht ans Herz wächst. Butt, Thor, Buzz, Maurice, Sam Wo und Galaxina sind keine Charaktere, für die wir Sympathie entwickeln könnten. Sie bleiben den ganzen Film über grobschlächtige Karrikaturen oder sterile, wenig liebenswerte Klischeefiguren.
Alles in allem gilt für Galaxina dasselbe wie für den Mainzer Rosenmontagszug: Nüchtern sollte man sich das nicht anschauen, aber mit der richtigen alkoholischen Unterfütterung kann es ein Riesenspaß werden.
Battle Beyond the Stars (1980)
Wie nicht anders zu erwarten, versuchte auch der alte Schlockmeister und König der Cash-ins Roger Corman den von George Lucas losgetretenen Trend auszunutzen. Inhaltlich gesehen plündert der von ihm produzierte und unter der Regie von Jimmy T. Murakani gedrehte Film Battle Beyond the Stars allerdings weniger Star Wars als vielmehr The Magnificient Seven (1960). Robert Vaughn spielt als ehemaliger Auftragskiller Gelt sogar beinah dieselbe Figur, die er in John Sturges' Western-Remake von Akira Kurosawas Die sieben Samurai (1954) verkörpert hatte.
Weltraumtyrann Sador (John Saxon) droht den friedlichen Bewohnern des Planeten Akir mit völliger Vernichtung, wenn sie nicht willens sind, sich ihm zu unterwerfen. Auf Anraten des ehemaligen Kriegers Zed "the Corsair" (Jeff Corey) macht sich der junge Shad (Richard Thomas) mit Zeds Raumschiff auf, um Söldner zur Verteidigung Akirs anzuheuern. Es ist eine denkbar bunte Truppe, die er nach manchem Hin und Her schließlich zusammenbekommt: Die naive, aber technisch umfassend gebildete Nanelia (Darlanne Fluegel); der alte Space Cowboy (George Peppard); der Sklavenjäger Cayman (Morgan Woodward), der Sador ewige Rache geschworen hat, mitsamt seiner eigenartigen Crew; "Nestor" (Earl Boen) – eine Gruppe von Klonen mit einem kollektiven Bewusstsein; der verbitterte Berufskiller Gelt (Robert Vaughn); sowie die kampflüsterne Walküre Saint-Exmin (Sybil Danning). Zusammen mit den Bewohnern Akirs ziehen sie in die Schlacht gegen Sadors Mutanten und ihre alles zerstörende Höllenwaffe – den "Star Converter". Nur die wenigsten von ihnen werden diesen Kampf überleben.
Originell ist die Geschichte natürlich nicht gerade. Und als jemand, für den Die sieben Samurai zu den großartigsten Filmen aller Zeiten gehört, stehe ich selbst den besseren Rip-offs von Kurosawas Klassiker für gewöhnlich sehr skeptisch gegenüber. Dennoch halte ich Battle Beyond the Stars für einen auf seine simple und naive Art recht sympathischen Streifen. Hier und da schlägt das Drehbuch nicht ganz den richtigen Ton an {ein paar sehr müde Witze; eine angedeutete Vergewaltigung}, doch alles in allem haben wir es mit einen netten, kleinen, trashigen Weltraumabenteuer zu tun.
Was ihm seinen besonderen Charme verleiht, das sind vor allem die bizarren Aliens, die einen Gutteil unserer Heldentruppe ausmachen. In Star Wars dienen Außerirdische in erster Linie als exotische Staffage im Hintergrund. Von Chewbacca einmal abgesehen, scheint die Rebellenallianz in den ersten beiden Filmen ausschließlich aus Menschen zu bestehen. Erst in Return of the Jedi ändert sich das ein wenig. In Battle Beyond the Stars hingegen haben wir den reptilienhaften Cayman; die beiden Kelvins, die mittels Temperaturveränderungen kommunizieren; die fünf "Facetten" von Nestor. Diese exzentrischen Wesen verstärken noch den Eindruck, es mit einem Trupp von Misfits und Underdogs zu tun zu haben, die sich über alle "rassischen" und persönlichen Unterschiede hinweg zu einer Kampfgemeinschaft zusammenschließen, in der jeder bereit ist, für den anderen sein Leben zu lassen. Und auch wenn unsere Helden natürlich eher Klischees denn Charaktere sind, fühlen wir uns ihnen dennoch verbunden, und der Tod von vielen dieser kuriosen Krieger wird uns nicht völlig kaltlassen.
Mit einem Budget von ca. $2.000.000 war Battle Beyond the Stars der bis dahin teuerste von Roger Corman produzierte Film. Ein Großteil des Geldes soll allerdings für die Gage von Robert Vaughn und George Peppard draufgegangen sein. Sets und Spezialeffekte wurden in guter alter Corman-Manier "für'n Appel und 'n Ei" hergestellt. Wie Tonspezialist David Lewis Yewdall in seinem Buch Practical Art of Motion Picture Sound geschrieben hat: "The entire picture had been filmed in Venice, California, in his [Cormans] renowned lumberyard facility, and the spaceship interiors were crossbreeds of plywood, cardboard, styrofoam and milk crates". Das Ergebnis sieht für einen SciFi - Flick der Zeit erstaunlich gut aus. Übrigens stellte die Arbeit an den Modellen und Effekten für den damals fünfundzwanzigjährigen James Cameron den ersten großen Einstieg ins Hollywood-Geschäft dar. Gleichfalls nicht unerwähnt bleiben darf der prächtige Soundtrack von James Horner, der 1979/80 noch ganz am Anfang seiner Karriere stand, die ihn schließlich bis in Oscar-Höhen führen sollte. {Ja, der Mann hat auch die Musik zu Wrath of Khan [1982] geschrieben, und er hat offenbar kein Problem damit, seine eigenen Werke zu plündern.}
Daumen hoch für diesen charmanten B-Movie!
{Allerdings frage ich mich, warum so viele Filme die Eröffnungsszene von Star Wars kopieren, dabei jedoch genau das auslassen, was sie im Original so großartig macht? Kurz gesagt: Es braucht zwei Raumschiffe, um denselben Effekt zu erzielen!**}
Space Raiders (1983)
Wer sich im Anschluss an Battle Beyond the Stars Roger Cormans nächstes Weltraumabenteuer reinzieht, wird so manches Déja-vu erleben. Für Space Raiders stand ihm zweifelsohne ein sehr viel geringeres Budget zur Verfügung. Wen wundert's da, dass er ganz einfach noch einmal die Raumschiff- und Kampfszenen aus dem drei Jahre älteren Film verwendete? Und wenn man schon einmal am Plündern ist, warum nicht auch gleich die Musik mitgehen lassen? Leider sieht das Ergebnis zwar erwartungsgemäß billig aus, ist aber nicht verrückt und pulpmäßig genug, um richtigen Spaß zu machen. Schlimmer noch, die Story dreht sich um einen kleinen Jungen, der unter (ehrenwerte) Weltraumpiraten gerät. Und man muss wahrlich kein Kinderhasser sein, um zu wissen, dass einem der Balg schon bald ganz fürchterlich auf die Nerven gehen wird.
Eine Crew von Gaunern und Glücksrittern, die gegen ein böses, übermächtiges Wirtschaftsunternehmen kämpft? Das sollte eigentlich ganz nach meinem Geschmack sein. Doch ein abgebrühter Freibeuter, der es sich auf einmal in den Kopf setzt, die Rolle des heroischen Ersatzdaddys zu spielen, ist irgendwie so gar nicht cool. Klar, ich weiß, Hawk (Vince Edwards) ist einer von diesen "Schurken mit goldenem Herzen", aber könnte er das nicht auf andere Weise zeigen? Und wenn's denn wirklich sein muss, ist es zu viel verlangt, wenigstens einen nachvollziehbaren Grund dafür präsentiert zu bekommen, warum unsere Helden alles daransetzen, den Sohn eines führenden Angestellten eben jenes bösen Unternehmens zu beschützen? Der fiese Zariatin trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er Hawk fragt: "Why are you all so willing to die for him?"
Und für einen Film, der offensichtlich ein kindliches Publikum erreichen sollte {wozu sonst Klein-Peter als Held}, wird in Space Raiders verdammt viel gestorben. Man sollte meinen, eine Geschichte wie diese hätte am ehesten als farbenfrohes, spaßiges Weltraumabenteuer funktionieren können. Stattdessen wollte Drehbuchautor und Regisseur Howard R. Cohen offenbar einen "ernsten", beinah schon "tragischen" Film drehen. Außer Hawk und dem Jungen gehen sämtliche Mitglieder der Crew bei ihrem "grandiosen Abenteuer" drauf! Und doch will der Streifen uns das Gefühl eines Happy Ends vermitteln. Es ist wirklich bizarr.
Das einzige, was mir an Space Raiders positiv aufgefallen ist, sind zwei Nebenfiguren. Der telepathisch begabte Außerirdische Flightplan (Thom Christopher) ist in seiner ruhigen und irgendwie sensibel wirkenden Art die mit Abstand sympathischste Gestalt des Filmes. Und mit der zigarillorauchenden Scharfschützin Amanda (Patsy Pease) dürfen wir endlich einmal eine kompetente Frau erleben, die nicht ständig halbnackt durch die Gegend laufen muss, wie das sonst in Filmen dieser Couleur all zu häufig der Fall ist. {Womit ich nichts gegen Caroline Munros Stella aus Starcrash gesagt haben will!}
Space Raiders macht einem wieder einmal bewusst, dass Schlock nicht immer spaßig sein muss. Oft genug handelt es sich dabei bloß um mies gemachte und ziemlich langweilige Filmchen. Und auf dieser warnenden Note möchte ich unsere kleine Rundreise durch die wunderliche Welt der Star Wars - Rip-offs ausklingen lassen. B-Movies können etwas ganz wunderbares sein, aber die echten Juwelen muss man sich aus einem Ozean von billigem Trash herauspicken.
{Es wäre schön gewesen, hätte ich wenigstens noch Metalstorm: The Destruction of Jared-Syn (1983) und Ice Pirates (1984) vorstellen können, doch leider habe ich momentan nicht die Möglichkeit, mir diese beiden Flicks wieder einmal anzuschauen.}
* Kim Newman: Nightmare Movies. A Critical History of the Horror Film, 1968-88. S. 174.
** Vgl.: RedLetterMedias Plinkett-Review von The Phantom Menace. Teil 1 - 10:48.
Weltraumtyrann Sador (John Saxon) droht den friedlichen Bewohnern des Planeten Akir mit völliger Vernichtung, wenn sie nicht willens sind, sich ihm zu unterwerfen. Auf Anraten des ehemaligen Kriegers Zed "the Corsair" (Jeff Corey) macht sich der junge Shad (Richard Thomas) mit Zeds Raumschiff auf, um Söldner zur Verteidigung Akirs anzuheuern. Es ist eine denkbar bunte Truppe, die er nach manchem Hin und Her schließlich zusammenbekommt: Die naive, aber technisch umfassend gebildete Nanelia (Darlanne Fluegel); der alte Space Cowboy (George Peppard); der Sklavenjäger Cayman (Morgan Woodward), der Sador ewige Rache geschworen hat, mitsamt seiner eigenartigen Crew; "Nestor" (Earl Boen) – eine Gruppe von Klonen mit einem kollektiven Bewusstsein; der verbitterte Berufskiller Gelt (Robert Vaughn); sowie die kampflüsterne Walküre Saint-Exmin (Sybil Danning). Zusammen mit den Bewohnern Akirs ziehen sie in die Schlacht gegen Sadors Mutanten und ihre alles zerstörende Höllenwaffe – den "Star Converter". Nur die wenigsten von ihnen werden diesen Kampf überleben.
Originell ist die Geschichte natürlich nicht gerade. Und als jemand, für den Die sieben Samurai zu den großartigsten Filmen aller Zeiten gehört, stehe ich selbst den besseren Rip-offs von Kurosawas Klassiker für gewöhnlich sehr skeptisch gegenüber. Dennoch halte ich Battle Beyond the Stars für einen auf seine simple und naive Art recht sympathischen Streifen. Hier und da schlägt das Drehbuch nicht ganz den richtigen Ton an {ein paar sehr müde Witze; eine angedeutete Vergewaltigung}, doch alles in allem haben wir es mit einen netten, kleinen, trashigen Weltraumabenteuer zu tun.
Was ihm seinen besonderen Charme verleiht, das sind vor allem die bizarren Aliens, die einen Gutteil unserer Heldentruppe ausmachen. In Star Wars dienen Außerirdische in erster Linie als exotische Staffage im Hintergrund. Von Chewbacca einmal abgesehen, scheint die Rebellenallianz in den ersten beiden Filmen ausschließlich aus Menschen zu bestehen. Erst in Return of the Jedi ändert sich das ein wenig. In Battle Beyond the Stars hingegen haben wir den reptilienhaften Cayman; die beiden Kelvins, die mittels Temperaturveränderungen kommunizieren; die fünf "Facetten" von Nestor. Diese exzentrischen Wesen verstärken noch den Eindruck, es mit einem Trupp von Misfits und Underdogs zu tun zu haben, die sich über alle "rassischen" und persönlichen Unterschiede hinweg zu einer Kampfgemeinschaft zusammenschließen, in der jeder bereit ist, für den anderen sein Leben zu lassen. Und auch wenn unsere Helden natürlich eher Klischees denn Charaktere sind, fühlen wir uns ihnen dennoch verbunden, und der Tod von vielen dieser kuriosen Krieger wird uns nicht völlig kaltlassen.
Mit einem Budget von ca. $2.000.000 war Battle Beyond the Stars der bis dahin teuerste von Roger Corman produzierte Film. Ein Großteil des Geldes soll allerdings für die Gage von Robert Vaughn und George Peppard draufgegangen sein. Sets und Spezialeffekte wurden in guter alter Corman-Manier "für'n Appel und 'n Ei" hergestellt. Wie Tonspezialist David Lewis Yewdall in seinem Buch Practical Art of Motion Picture Sound geschrieben hat: "The entire picture had been filmed in Venice, California, in his [Cormans] renowned lumberyard facility, and the spaceship interiors were crossbreeds of plywood, cardboard, styrofoam and milk crates". Das Ergebnis sieht für einen SciFi - Flick der Zeit erstaunlich gut aus. Übrigens stellte die Arbeit an den Modellen und Effekten für den damals fünfundzwanzigjährigen James Cameron den ersten großen Einstieg ins Hollywood-Geschäft dar. Gleichfalls nicht unerwähnt bleiben darf der prächtige Soundtrack von James Horner, der 1979/80 noch ganz am Anfang seiner Karriere stand, die ihn schließlich bis in Oscar-Höhen führen sollte. {Ja, der Mann hat auch die Musik zu Wrath of Khan [1982] geschrieben, und er hat offenbar kein Problem damit, seine eigenen Werke zu plündern.}
Daumen hoch für diesen charmanten B-Movie!
{Allerdings frage ich mich, warum so viele Filme die Eröffnungsszene von Star Wars kopieren, dabei jedoch genau das auslassen, was sie im Original so großartig macht? Kurz gesagt: Es braucht zwei Raumschiffe, um denselben Effekt zu erzielen!**}
Space Raiders (1983)
Wer sich im Anschluss an Battle Beyond the Stars Roger Cormans nächstes Weltraumabenteuer reinzieht, wird so manches Déja-vu erleben. Für Space Raiders stand ihm zweifelsohne ein sehr viel geringeres Budget zur Verfügung. Wen wundert's da, dass er ganz einfach noch einmal die Raumschiff- und Kampfszenen aus dem drei Jahre älteren Film verwendete? Und wenn man schon einmal am Plündern ist, warum nicht auch gleich die Musik mitgehen lassen? Leider sieht das Ergebnis zwar erwartungsgemäß billig aus, ist aber nicht verrückt und pulpmäßig genug, um richtigen Spaß zu machen. Schlimmer noch, die Story dreht sich um einen kleinen Jungen, der unter (ehrenwerte) Weltraumpiraten gerät. Und man muss wahrlich kein Kinderhasser sein, um zu wissen, dass einem der Balg schon bald ganz fürchterlich auf die Nerven gehen wird.
Eine Crew von Gaunern und Glücksrittern, die gegen ein böses, übermächtiges Wirtschaftsunternehmen kämpft? Das sollte eigentlich ganz nach meinem Geschmack sein. Doch ein abgebrühter Freibeuter, der es sich auf einmal in den Kopf setzt, die Rolle des heroischen Ersatzdaddys zu spielen, ist irgendwie so gar nicht cool. Klar, ich weiß, Hawk (Vince Edwards) ist einer von diesen "Schurken mit goldenem Herzen", aber könnte er das nicht auf andere Weise zeigen? Und wenn's denn wirklich sein muss, ist es zu viel verlangt, wenigstens einen nachvollziehbaren Grund dafür präsentiert zu bekommen, warum unsere Helden alles daransetzen, den Sohn eines führenden Angestellten eben jenes bösen Unternehmens zu beschützen? Der fiese Zariatin trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er Hawk fragt: "Why are you all so willing to die for him?"
Und für einen Film, der offensichtlich ein kindliches Publikum erreichen sollte {wozu sonst Klein-Peter als Held}, wird in Space Raiders verdammt viel gestorben. Man sollte meinen, eine Geschichte wie diese hätte am ehesten als farbenfrohes, spaßiges Weltraumabenteuer funktionieren können. Stattdessen wollte Drehbuchautor und Regisseur Howard R. Cohen offenbar einen "ernsten", beinah schon "tragischen" Film drehen. Außer Hawk und dem Jungen gehen sämtliche Mitglieder der Crew bei ihrem "grandiosen Abenteuer" drauf! Und doch will der Streifen uns das Gefühl eines Happy Ends vermitteln. Es ist wirklich bizarr.
Das einzige, was mir an Space Raiders positiv aufgefallen ist, sind zwei Nebenfiguren. Der telepathisch begabte Außerirdische Flightplan (Thom Christopher) ist in seiner ruhigen und irgendwie sensibel wirkenden Art die mit Abstand sympathischste Gestalt des Filmes. Und mit der zigarillorauchenden Scharfschützin Amanda (Patsy Pease) dürfen wir endlich einmal eine kompetente Frau erleben, die nicht ständig halbnackt durch die Gegend laufen muss, wie das sonst in Filmen dieser Couleur all zu häufig der Fall ist. {Womit ich nichts gegen Caroline Munros Stella aus Starcrash gesagt haben will!}
Space Raiders macht einem wieder einmal bewusst, dass Schlock nicht immer spaßig sein muss. Oft genug handelt es sich dabei bloß um mies gemachte und ziemlich langweilige Filmchen. Und auf dieser warnenden Note möchte ich unsere kleine Rundreise durch die wunderliche Welt der Star Wars - Rip-offs ausklingen lassen. B-Movies können etwas ganz wunderbares sein, aber die echten Juwelen muss man sich aus einem Ozean von billigem Trash herauspicken.
{Es wäre schön gewesen, hätte ich wenigstens noch Metalstorm: The Destruction of Jared-Syn (1983) und Ice Pirates (1984) vorstellen können, doch leider habe ich momentan nicht die Möglichkeit, mir diese beiden Flicks wieder einmal anzuschauen.}
* Kim Newman: Nightmare Movies. A Critical History of the Horror Film, 1968-88. S. 174.
** Vgl.: RedLetterMedias Plinkett-Review von The Phantom Menace. Teil 1 - 10:48.
Sonntag, 3. November 2013
Von monströsen Spinnengöttern und stilistischen Mixturen
Letzte Nacht hatte ich mal wieder Besuch von einem guten alten Bekannten – Schlaflosigkeit. Ein lästiger Geselle, aber was soll man machen? Nachdem ich keine Lust mehr hatte, mich noch länger sinnlos im Bett hin- und herzuwälzen, raffte ich mich auf, um mir irgendeine nette Ablenkung in den frühen Morgenstunden zu verschaffen. Nach einigem sinnlosen Rumgesurfe, stieß ich schließlich in der Lovecraft eZine auf den italienischen Horrorfilm The Spider Labyrinth (Il nido del ragno [Das Nest der Spinne]):
Gianfranco Giagnis Kindodebüt aus dem Jahre 1988 erzählt eine denkbar einfache Geschichte. Der junge amerikanische Professor Alan Whitmore (Roland Wybenga) reist nach Budapest, um seinen Kollegen Professor Roth zu Besuchen. Beide arbeiten im Rahmen eines internationalen Projektes an der Erforschung eines jahrtausendealten religiösen Kultes. In der ungarischen Hauptstadt angekommen begegnet unser Held Roths Assistentin Genevieve Weiss (Paola Rinaldi) und wird im Hotel der mysteriösen Mrs. Kuhn (Stéphane Audran) einquartiert. Roth allerdings wird noch am selben Tag ermordet, konnte Whitmore zuvor aber noch ein uraltes Votivtäfelchen mit einer geheimnisvollen Inschrift zukommen lassen. Es dauert nicht lange, da ist auch das Leben unseres Helden in höchster Gefahr. Oder vielleicht weniger sein Leben, als vielmehr seine Seele. Denn die Anhänger eines monströsen Spinnengottes sehen es überhaupt nicht gern, wenn man den Namen ihrer Gottheit der Welt bekannt machten will. Eher schon steht ihnen der Sinn danach, die Herrschaft über selbige zu übernehmen.
Das klingt nun nicht gerade nach der originellsten aller Gruselgeschichten, doch ich denke, dass vor allem Liebhaber & Liebhaberinnen des klassischen italienischen Horrorfilms Il nido del ragno zumindest interessant finden werden. Ein vergessenes Genrejuwel ist der Streifen in meinen Augen allerdings nicht, auch wenn manche da anderer Meinung zu sein scheinen.
Recht spannend liest sich allein schon die Liste der Leute, die an der Entwicklung des Drehbuchs beteiligt waren. Neben dem mir unbekannten Gianfranco Manfredi liefern sich da drei recht markante Namen ein Stelldichein.
Da hätten wir zuerst einmal Tonino Cervi, der gleichzeitig einer der Produzenten des Flicks war. Der 2002 verstorbene Cervi ist eine nicht unbedeutende Figur in der Geschichte des italienischen Kinos gewesen. In den 50ern & 60ern produzierte er u.a. Mauro Bologninis La notte brava (Wir von der Straße; 1959), Florestano Vancinis La lunga notte del '43 (Die lange Nacht von 43; 1960), Boccaccio 70 (1962) – einen Film, der Episoden von Mario Monicelli, Federico Fellini, Luchino Visconti & Vittorio De Sica enthält –, Bernardo Bertoluccis Debüt La commare secca (1962) und Michelangelo Antonionis Il deserto rosso (Rote Wüste; 1964). Gegen Ende der 60er Jahre nahm seine Karriere dann eine eigenartige Wendung und er wandte sich den wüsten {aber vermutlich kommerziell erfolgversprechenderen*} Gefilden des B-Movies zu. So produzierte er in den 70ern u.a. zwei Nunsploitation-Flicks von Domenico Paolella, für die er auch die Drehbücher geschrieben hatte. Zugleich versuchte er sich als Regisseur, u.a. mit der Peyrefitte-Adaption Ritratto di borghesia in nero (Die nackte Bourgeoisie; 1977).
Als nächster wäre Riccardo Aragno zu nennen, am bekanntesten vielleicht durch seine lange Freundschaft mit Stanley Kubrick, dessen Filme er für den italienischen Markt bearbeitete.
Der vierte im Bunde schließlich ist Cesare Frugoni, der als Drehbuchautor das italienische Kinopublikum seit den 70ern mit Werken wie La montagna del dio cannibale (Die weiße Göttin der Kannibalen), L'isola degli uomini pesce (Die Insel der neuen Monster), Il fiume del grande caimano (Der Fluss der Monsterkrokodile) und Vai alla grande (Die flotten Teens von Rimini) beglückt hat. Interessanterweise arbeitete er aber auch am Drehbuch für Cervis Ritratto di borghesia in nero mit.
Eine faszinierende Combo, das wird man zugeben müssen. Allerdings könnte The Spider Labyrinth ein klassisches Beispiel dafür sein, dass zuviele Köche oft genug den Brei verderben. Doch bevor wir uns der Kritik des Streifens zuwenden, rasch noch ein paar Worte über den Regisseur.
Mir war Gianfranco Giagni bisher kein Begriff, und das wenige, was man bei Wikipedia über ihn findet, hat mich kaum schlauer gemacht. Er begann seine Karriere mit dem Filmen von Musikvideos, schuf später u.a. eine TV-Adaption von Monteverdis Oper Orfeo und scheint hauptsächlich für seine Dokumentarfilme bekannt zu sein, unter denen Rosabella, la storia italiana di Orson Welles hervorsticht, in dem er sich anscheinend mit Welles' Arbeit an Othello und Don Quixote auseinandersetzt. Warum er sich für sein Kinodebüt dem Horrorgenre zugewandt hat, lässt sich daraus nicht ableiten.
Allerdings glaube ich nicht, dass es Giagni in erster Linie darum ging, dem breiten Publikumsgeschmack zu schmeicheln. Er wollte mit Il nido del ragno ganz offensichtlich an die Tradition des klassischen italienischen Giallos und Horrorfilms anknüpfen. Und "anknüpfen" ist noch milde ausgedrückt. Einige Sequenzen wirken beinah wie Plagiate der alten Meisterwerke von Dario Argento (vor allem Suspiria [1977]). Dem beigefügt sind einige Motive aus völlig anderen Traditionszusammenhängen. So habe selbst ich in meinem übermüdeten Zustand die "Anspielungen" auf Robert Siodmaks The Spiral Staircase (1945) und Carol Reeds The Third Man (1949) mitbekommen. Von literarischer Seite wurde dem Ganzen dann außerdem noch eine kleine Prise Lovecraft hinzugemischt. Nicht der schlechteste Mix, und doch bin ich nicht völlig zufrieden damit.
Der Film ist immer dann am Besten, wenn er den Argento-Ton besonders gut nachahmt. Höhepunkt ist dabei ganz ohne Zweifel die Sequenz, in der das Zimmermädchen Maria (Claudia Muzi) ermordet wird. Hier gewinnt der Streifen in bester Argento-Manier eine zugleich unwirklich-alptraumhafte und düster-poetische Qualität. Und Giagni versteht die Kunstgriffe des Meisters {Farben, Kameraführung, die Verwandlung des Hotels in eine phantasmagorische Traumwelt voller wehender Vorhänge und museal anmutender Interieurs, die Beimischung erotischer Elemente etc.} in der Tat sehr kompetent zu kopieren. Einzig störend hat auf mich dabei gewirkt, dass an einer Stelle wieder einmal das inzwischen arg überstrapazierte Psycho-Motiv nachgeahmt wird. Eine vergleichbare atmosphärische Intensität erreicht der Film nur noch einmal im Finale, wenn die gruselige Gottheit des Kultes ihren großen Auftritt hat – eine in ihren symbolischen Implikationen sehr verstörende Erscheinung. Daneben finden sich hier und da noch einige im besten Sinne gruselige Details – so etwa der kleine Junge auf der quietschenden Schaukel im Hof von Professor Roths Haus oder einige der Szenen in der Kanalisation.
Doch leider hält Il nido del ragno dieses Niveau nicht über längere Strecken. Da wären zuerst einmal einige Szenen, die zwar gleichfalls die unheimliche Atmosphäre der Klassiker nachzuahmen versuchen, dabei jedoch vollständig scheitern. Wenn z.B. sämtliche Gäste des Hotels nacheinander aufstehen und den Speisesaal verlassen, während Whitmore, Ms. Weiss und Mrs. Kuhn sich unterhalten, wirkt dies eher irritierend als verstörend, da die Szene nichts von der traumhaften Qualität besitzt, die dieses Verhalten unheimlich erscheinen lassen könnte. Noch schlimmer jedoch ist, dass man bei einigen Sequenzen das Gefühl bekommt, der Regisseur sei sich nicht ganz sicher gewesen, in welchem Stil er seine Geschichte eigentlich erzählen wollte. Am deutlichsten zeigt sich dies, wenn man zwei Morde, die relativ kurz hintereinander geschehen, miteinander vergleicht. Der Mord an Maria ist wie gesagt als surrealer Alptraum in Szene gesetzt worden. Doch wenn wenig später ein Antiquitätenhändler ins Jenseits befördert wird, geschieht dies im Stil eines billigen Monsterflicks. Urplötzlich verzichtet Giagni auf jede Form der Stilisierung. Und die von dem Spinnengott besessene Mörderin, deren fratzenhaftes Gesicht eben noch so wirkte, als sei es einem Alptraum entsprungen, hinterlässt nun einen eher lächerlichen Eindruck
Es ist diese eigentümliche und schwer erklärliche stilistische Mixtur, die es mir unmöglich macht, The Spider Labyrinth zu einem wirklich gelungenen Film zu erklären. Dennoch würde ich allen Freunden und Freundinnen eines leicht surrealen Horrors empfehlen, sich den Flick einmal anzuschauen. Falls er wirklich so unbekannt sein sollte, wie meine kurze Netzrecherche nahelegt, denke ich, dass er es verdient hat, diesem Schattendasein entrissen zu werden.
* Was gar nicht abwertend gemeint ist. Tonino Cervi hatte zwischen 1955 und 1961 sage und schreibe vier Produktionsgesellschaften gegründet, und war jedesmal pleite gegangen. Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er sein Schiff endlich in sicherere Gewässer lenken wollte.
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Sonntag, 8. September 2013
Buon compleanno!
Gestern konnte der geniale Dario Argento, einer der unvergleichlichen Großmeister des italienischen Horrors der 70er und 80er Jahre, seinen dreiundsiebzigsten Geburtstag feiern. Ich würde wirklich gerne einmal etwas über ihn und seine Filme schreiben, traue mich bisher aber noch nicht so recht an das Werk eines Regisseurs heran, den ich so sehr verehre.
Wie dem auch sei, auf jedenfall werde ich mir heute nacht wohl wieder einmal einige seiner Filme anschauen. Doch bevor ich mich in die leicht surrealen und poetischen Alptraumwelten Argentos aufmache, dachte ich mir, ich könnte zum gegebenen Anlass meiner geneigten Leserschaft wenigstens die Titelmelodien zu drei seiner Filme präsentieren, die allesamt von der phantastischen italienischen Prog Rock - Band Goblin geschaffen wurden. {Von der nebenbei bemerkt auch der Soundtrack zu Zombi: L'alba dei Morti Viventi, der von Argento bearbeiteten europäischen Fassung von George Romeros Dawn of the Dead stammte}:
Profondo rosso (1975)
Suspiria (1977)
Tenebrae (1982)
PS: Wer die gesamte Platte Profondo Rosso hören will {was ich nur empfehlen kann} findet sie hier.
PPS: Beth hat gestern eine Besprechung des Films Profondo Rosso auf ihrem Blog Magicalhorror veröffentlicht.
Freitag, 19. Juli 2013
Wie gehabt
Nach meinem kurzen Ausflug an die Sequel-Front hat mich ein Besuch im Den of Geek heute wieder in die sattsam bekannten Gefilde der Remake-Routine zurückkatapultiert. Und das mit erbarmungsloser Brutalität, darf man dort doch eine Liste mit sage und schreibe
Erstaunlicherweise hat mich die Lektüre dieses Konvoluts eher zum ausgiebigen Seufzen und Kopfschütteln als zum Fluchen und Kreischen animiert.
Die Welt braucht zwar ganz sicher keine Remakes von Highlander, Leprechaun, The Mummy, Tomb Raider, Van Helsing oder Waterworld, aber weh tun wird's auch niemandem. Und als ich gar Police Academy auf der Liste erblicken musste, konnte ich ein lautes Lachen nicht unterdrücken. Ist das jetzt ein besonders krasser Beleg dafür, wie trostlos es in den Köpfen der Verantwortlichen aussieht, oder ein weiteres Beispiel für die grenzenlose Verachtung, mit der diese Leute den Publikumspöbel betrachten, der ihr luxuriöses Leben finanziert?
Natürlich finden sich auch ein paar wirklich ärgerliche Eintragungen. Will Smiths Plan etwa, Sam Peckinpahs Klassiker The Wild Bunch ins heutige Mexiko zu verlegen und einen Ex-D.E.A.-Agenten dabei zum Helden zu machen, ist wirklich ganz schön unverschämt. Allerdings wirkt er zugleich so grotesk, dass sich kein richtiger Zorn bei mir einstellen will.
Die drohende Neuverfilmung von Gremlins ist da schon eher geeignet, heftige Emotionen in mir wachzurufen. Muss Hollywood sich denn unbedingt an Filmen vergreifen, mit denen ich nostalgische Erinnerungen verbinde? Und ist es denn tatsächlich so schwer zu kapieren, dass ein Film mit einem computergenerierten Gizmo unmöglich den Charme von Joe Dantes Original besitzen wird? Die Jungs und Mädels werden's wohl nie lernen!
Eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so heftige Reaktion ruft bei mir die Nachricht hervor, dass auch Short Circuit (Nummer 5 lebt) für ein Remake vorgesehen ist. Und warum zum Teufel brauchen wir eine neue Version von Logan's Run?! War denn das 2002er Reboot von Rollerball noch nicht genug? Und wer bitte schön ist auf die hirnverbrannte Idee gekommen, ein Remake von Hitchcocks Rebecca filmen zu wollen?
Eher bizarr mutet hingegen das Projekt an, WarGames einem filmischen Wiederbelebungsversuch zu unterziehen. John Badhams Original ist so deutlich ein Produkt der Zeit von Ronald Reagans Zweitem Kalten Krieg, dass es völlig unverständlich erscheinen muss, wie man auf diese Idee verfallen konnte. Aber vermutlich hat sich da irgend so ein Schlaukopf gedacht: "Hey, hat Matthew Broderick damals nicht einen jugendlichen Hacker gespielt? Das passt doch ganz wunderbar in unser Internet-Zeitalter!" {Seufz!}
Wirklich zum Gruseln wird's dann allerdings, wenn man erfahren muss, dass auch David Cronenbergs Videodrome "gerebootet" werden wird. Mit einem Drehbuch von Ehren Kruger! Was Mr. Kruger bisher so geschrieben hat? Na ja, u.a. das Drehbuch zu Transformers: Dark of the Moon! Und bei Transformers 2 war der gute Mann auch mit von der Partie! Ich glaube, jetzt ist es doch an der Zeit, zum Kotzkübel zu greifen ...
Sorry, aber das musste einfach sein. Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja ...
Starship Troopers ... Ja, der Name steht auch auf der Agenda! Doch glücklicherweise könnte der kommerzielle Reinfall des Remakes von Total Recall dem einen Riegel vorgeschoben haben. {Vielleicht sollte ich den Göttern des cineastischen Olymps heute Nacht noch ein kleines Trankopfer darbringen?} Ich bin kein großer Fan des Originals, aber Paul Verhoeven hatte wenigstens versucht, aus Heinleins Roman eine Satire auf Militarismus und Faschismus zu machen. Auch wenn ihm dies meiner Meinung nach nicht wirklich gelungen ist, so fürchte ich doch, dass die Macher eines Remakes nicht einmal mehr eine solche subversive Absicht verfolgt hätten. Und was dann dabei herausgekommen wäre, möchte ich mir lieber gar nicht erst auszumalen versuchen ...
Und damit wären wir beim erstaunlichsten Eintrag in der langen Liste angekommen: Suspiria!!! Es fällt nicht leicht, die Gefühle zu beschreiben, die mich überkamen, als ich Dario Argentos Meisterwerk unter den zum Rebooten freigegebenen Filmen erblicken musste. Ungläubiges Entsetzen trifft es vielleicht am besten. Nachdem ich jedoch den Namen des verantwortlichen Regisseurs gelesen hatte, war es weniger Wut als vielmehr eine Art melancholische Verzweifelung, die mich erfüllte. David Gordon Green ist ein durchaus talentierter Filmemacher, wie er vor allem mit seinen frühen Werken George Washington (2000), All the Real Girls (2003) und Snow Angels (2007) bewiesen hat. Und ich glaube verstehen zu können, warum er gerne ein Remake von Suspiria drehen würde. In einem Interview mit Filmkritiker David Walsh hat er einmal über George Washington gesagt:
So, mehr habe ich über die Liste der 57 fürs Erste nicht zu sagen. Erstaunlich finde ich allerdings immer noch, dass {mit Ausnahme von Conan} bisher kein einziger Fantasyklassiker der 80er Jahr mit einem Remake versehen wurde. Nicht dass ich mir das wünschen würde, aber es ist doch irgendwie eigentümlich ...
Remakes und Reboots bestaunen, die sich derzeit in Planung befinden!57
Erstaunlicherweise hat mich die Lektüre dieses Konvoluts eher zum ausgiebigen Seufzen und Kopfschütteln als zum Fluchen und Kreischen animiert.
Die Welt braucht zwar ganz sicher keine Remakes von Highlander, Leprechaun, The Mummy, Tomb Raider, Van Helsing oder Waterworld, aber weh tun wird's auch niemandem. Und als ich gar Police Academy auf der Liste erblicken musste, konnte ich ein lautes Lachen nicht unterdrücken. Ist das jetzt ein besonders krasser Beleg dafür, wie trostlos es in den Köpfen der Verantwortlichen aussieht, oder ein weiteres Beispiel für die grenzenlose Verachtung, mit der diese Leute den Publikumspöbel betrachten, der ihr luxuriöses Leben finanziert?
Natürlich finden sich auch ein paar wirklich ärgerliche Eintragungen. Will Smiths Plan etwa, Sam Peckinpahs Klassiker The Wild Bunch ins heutige Mexiko zu verlegen und einen Ex-D.E.A.-Agenten dabei zum Helden zu machen, ist wirklich ganz schön unverschämt. Allerdings wirkt er zugleich so grotesk, dass sich kein richtiger Zorn bei mir einstellen will.
Die drohende Neuverfilmung von Gremlins ist da schon eher geeignet, heftige Emotionen in mir wachzurufen. Muss Hollywood sich denn unbedingt an Filmen vergreifen, mit denen ich nostalgische Erinnerungen verbinde? Und ist es denn tatsächlich so schwer zu kapieren, dass ein Film mit einem computergenerierten Gizmo unmöglich den Charme von Joe Dantes Original besitzen wird? Die Jungs und Mädels werden's wohl nie lernen!
Eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so heftige Reaktion ruft bei mir die Nachricht hervor, dass auch Short Circuit (Nummer 5 lebt) für ein Remake vorgesehen ist. Und warum zum Teufel brauchen wir eine neue Version von Logan's Run?! War denn das 2002er Reboot von Rollerball noch nicht genug? Und wer bitte schön ist auf die hirnverbrannte Idee gekommen, ein Remake von Hitchcocks Rebecca filmen zu wollen?
Eher bizarr mutet hingegen das Projekt an, WarGames einem filmischen Wiederbelebungsversuch zu unterziehen. John Badhams Original ist so deutlich ein Produkt der Zeit von Ronald Reagans Zweitem Kalten Krieg, dass es völlig unverständlich erscheinen muss, wie man auf diese Idee verfallen konnte. Aber vermutlich hat sich da irgend so ein Schlaukopf gedacht: "Hey, hat Matthew Broderick damals nicht einen jugendlichen Hacker gespielt? Das passt doch ganz wunderbar in unser Internet-Zeitalter!" {Seufz!}
Wirklich zum Gruseln wird's dann allerdings, wenn man erfahren muss, dass auch David Cronenbergs Videodrome "gerebootet" werden wird. Mit einem Drehbuch von Ehren Kruger! Was Mr. Kruger bisher so geschrieben hat? Na ja, u.a. das Drehbuch zu Transformers: Dark of the Moon! Und bei Transformers 2 war der gute Mann auch mit von der Partie! Ich glaube, jetzt ist es doch an der Zeit, zum Kotzkübel zu greifen ...
Sorry, aber das musste einfach sein. Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja ...
Starship Troopers ... Ja, der Name steht auch auf der Agenda! Doch glücklicherweise könnte der kommerzielle Reinfall des Remakes von Total Recall dem einen Riegel vorgeschoben haben. {Vielleicht sollte ich den Göttern des cineastischen Olymps heute Nacht noch ein kleines Trankopfer darbringen?} Ich bin kein großer Fan des Originals, aber Paul Verhoeven hatte wenigstens versucht, aus Heinleins Roman eine Satire auf Militarismus und Faschismus zu machen. Auch wenn ihm dies meiner Meinung nach nicht wirklich gelungen ist, so fürchte ich doch, dass die Macher eines Remakes nicht einmal mehr eine solche subversive Absicht verfolgt hätten. Und was dann dabei herausgekommen wäre, möchte ich mir lieber gar nicht erst auszumalen versuchen ...
Und damit wären wir beim erstaunlichsten Eintrag in der langen Liste angekommen: Suspiria!!! Es fällt nicht leicht, die Gefühle zu beschreiben, die mich überkamen, als ich Dario Argentos Meisterwerk unter den zum Rebooten freigegebenen Filmen erblicken musste. Ungläubiges Entsetzen trifft es vielleicht am besten. Nachdem ich jedoch den Namen des verantwortlichen Regisseurs gelesen hatte, war es weniger Wut als vielmehr eine Art melancholische Verzweifelung, die mich erfüllte. David Gordon Green ist ein durchaus talentierter Filmemacher, wie er vor allem mit seinen frühen Werken George Washington (2000), All the Real Girls (2003) und Snow Angels (2007) bewiesen hat. Und ich glaube verstehen zu können, warum er gerne ein Remake von Suspiria drehen würde. In einem Interview mit Filmkritiker David Walsh hat er einmal über George Washington gesagt:
[I]deally it's a film I designed so that you could take a long walk afterward and think about what you've seen, and it would feel like a dream. One of those dreams that make perfect sense when you're dreaming, but you wake up and try to explain it to a friend and you can't quite figure out the order of things, but you know the mood you're in.Tatsächlich besitzen seine frühen {und besten} Filme eine in gewissem Sinne traumartige Qualität. Und dasselbe gilt, wenn auch auf völlig andere Art, für Dario Argentos Horrorklassiker. Ich kann mir deshalb sehr gut vorstellen, dass David Gordon Green Suspiria liebt und bewundert. Seinen Wunsch, ein Remake zu produzieren, würde ich als einen Ausdruck eben dieser Liebe und Bewunderung interpretieren. Freilich kann ich nur schwer verstehen, wie man auf die Idee verfallen kann, dies sei die angemessene Art, um einem bewunderten Künstler Respekt zu zollen.
So, mehr habe ich über die Liste der 57 fürs Erste nicht zu sagen. Erstaunlich finde ich allerdings immer noch, dass {mit Ausnahme von Conan} bisher kein einziger Fantasyklassiker der 80er Jahr mit einem Remake versehen wurde. Nicht dass ich mir das wünschen würde, aber es ist doch irgendwie eigentümlich ...
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