"Außerdem studierte er abstruse Bücher, die aus chaldäischen Bibliotheken
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."

Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten


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Sonntag, 12. November 2017

Lovecraftiana




Statues standing in a sea of night.
They weep for  forgotten shores of light.
That is not dead which can eternal lie,
And with strange aeons even death may die.

And you know the walls are whispering.
What do they say?
They won't go away.
 
{von dem 2001 erschienenen, H.P. Lovecraft gewidmeten Album Strange Aeons}

Meine zwei Wochen Urlaub neigen sich ihrem Ende entgegegen. Dank einer ziemlich fiesen und unangenehm zählebigen Erkältung, die sich mittlerweile zwar auf dem Rückzugsgefecht befindet, aber immer noch nicht ganz geschlagen ist, habe ich sie nicht so verbringen können, wie ich mir das eigentlich gewünscht hatte. Aber auf ihre Art waren sie wohl trotzdem ganz entspannend und erholsam.

Da ich durch meinen Gesundheitszustand mehr oder weniger an meine Eremitage gefesselt blieb, ist es wohl nicht verwunderlich, dass ich eine Ablenkung von krampfhaftem Gehuste und verschleimten Nebenhöhlen vor allem in den fantastischen Weiten des Netzes {und den nicht weniger fantastischen Universen, die sich zwischen manchen Buchdeckeln auftun} gesucht habe. Ein paar meiner dabei gemachten Funde möchte ich nun mit meinen Leserinnen und Lesern teilen. Um dem Ganzen eine etwas einheitlichere Form zu verleihen, beschränke ich mich auf den lovecraftianischen Anteil der Ausbeute.

1) Julie Hoversons "The Lovecraft 5"


Julie Hoversons Hörspielversionen von The Dunwich Horror, The Rats in the Walls und The Thing on the Doorstep, die man neben vielem anderen auf ihrer Website 19 Nocturne Boulevard finden kann, waren mir schon seit längerem bekannt. Warum mir die kleine Gruppe der Lovecraft 5 bisher entgangen war, weiß ich nicht genau. Vermutlich hatte ich sie unterbewusst immer den "simplen" Lesungen zugeordnet. 
In Wirklichkeit handelt es sich um sechs halbstündige Stücke, die zwar alle auf Geschichten des alten Gentlemans basieren, dabei jedoch zugleich dem Format der "Club Tales" folgen, wie wir sie etwa aus Lord Dunsanys Jorkens - Büchern oder auch aus William Hope Hodgsons Carnacki, the Ghost-finder kennen. Freilich wechselt dabei der Erzähler von Episode zu Episode. 
Die Grundidee ist, dass sich fünf miteinander befreundete "lovecraftianische Archetypen" – Charles, der "Dilettant"; Edward, der "Schriftsteller"; Herbert, "der Wissenschaftler"; Richard, der "Künstler" und Warren, der "Akademiker" – treffen und einander unheimliche und unglaubliche Geschichten erzählen. Jeder von ihnen hat eine andere, seinem Typ entsprechende Herangehensweise an das Erzählte. Und da keiner der fünf groß Bedenken hat, einem seiner Freunde ins Wort zu fallen, wird die Erzählung immer wieder von Fragen, freundschaftlichen Neckereien, pedantischen Abschweifungen und ironischen Zwischenbemerkungen unterbrochen. Das Endprodukt ist sicher weniger unheimlich, als man es von lovecraftianischen Geschichten vielleicht erwarten würde, doch dafür sehr amüsant und unterhaltsam.  

2) Jason Thompsons Webcomics

Der amerikanische Künstler Jason B. Thompson veröffentlichte 2011 nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne seine Comicadaption von Lovecrafts The Dream-Quest for Unknown Kadath, die er zwischen 1997 und 1999 geschaffen hatte, zusammen mit einigen weiteren Dreamlands - Geschichten. Wenn man das Hauptwerk sehen will, wird man nicht umhin kommen, den Geldbeutel zu zücken. Doch wer einen ersten Eindruck von Stil und Herangehensweise der Adaptionen erhalten will, kann sich einige kürzere Geschichten als Webcomics auf Thompsons Website anschauen.

3) Ryo Shinagawas H.P. Lovecraft's Dunwich Horror and Other Stories

Lovecraft besitzt eine recht ansehnliche Fangemeinde in Japan, und so ist es nicht erstaunlich, dass sich auch japanische Künstler immer wieder an Adaptionen seiner Werke versuchen. Einer von ihnen ist der Filmemacher Ryo Shinagawa. Leider hat eine kurze Google-Suche mit Ausnahme dieses Vimeo-Accounts keinerlei weitere Informationen über ihn zu Tage gefördert. Seine Ga-nime - Adaption von The Picture in the House, The Dunwich Horror und The Festival aus dem Jahre 2007 ist jedenfalls ein äußerst faszinierender Film. Doch Achtung: Der Streifen besitzt keinerlei Untertitel. Wer also kein Japanisch beherrscht, sollte mit den zugrundeliegenden Geschichten vertraut sein.


Sonntag, 19. August 2012

Captain Confederacy

Mitte der 80er Jahre schufen Will Shetterly und Vince Stone einen eigenwilligen Mix aus Superheldencomic und Alternativer Historie: Captain Confederacy. Der erste Band The Nature of the Hero – erschien bei SteelDragon Press, der zweite Hero Worship in Marvels Epic Division.
Wie man sich bei diesem Titel denken kann, rief der Comic seinerzeit mächtige Kontroversen hervor. Vereinzelt tut er dies wohl auch heute noch, zumal er anders als in linken Kreisen oft üblich die Kultur des amerikanischen Südens nicht auf Rassismus reduziert. In leicht überarbeiteter Form hat Shetterly beide Bände, sowie die nie fertiggestellte Story Yankee UFO, vor einigen Jahren ins Netz gestellt.

Der Comic spielt in einer Welt, in der den Konföderierten die Sezession gelungen ist. Das Gebiet der Vereinigten Staaten  ist zerfallen in die Union im Norden, die Konföderation (CSA) im Süden und einige unabhängige Kleinstaaten wie Louisiana, Texas, Kalifornien, den Mormonenstaat Deseret und den Indianerstaat Great Spirit. Die Sklaverei wurde im Süden zwar abgeschafft, doch Farbige sind nach wie vor Menschen zweiter Klasse und besitzen keine Bürgerrechte. Letzteres ändert sich zwischen Band 1 und 2.
Als das konföderierte Militär ein Serum entwickelt, das Superkräfte verleihen soll, wird dieses zuerst an dem Schwarzen Aaron Jackson getestet. Nachdem der Menschenversuch erfolgreich verlaufen ist, wird das 'Project Hero' gestartet. Zu Propagandazwecken und um eine nationale Identifikationsfigur zu schaffen, wird der mittelmäßige Schauspieler Jeremy Gray in den Superhelden Captain Confederacy verwandelt. Ihm zur Seite stellt man die Nichte der Präsidentin Roxanne Huxley als Miss Dixie. Gemeinsam bekämpfen sie TV-gerecht 'Neger'-Agitatoren und Yankeespione. Jackson und die gleichfalls farbige Kate Williams werden als die schwarzen Superbösewichter aufgebaut. Alles läuft solange ganz im Sinne der Regierung, bis nicht nur Aaron und Kate, sondern auch Jeremy ihre Rollen in diesem Propagandabluff zu hinterfragen beginnen.
In Hero Worship hat dann Kate die Rolle des Captain Confederacy übernommen, was sie zur ersten farbigen Superheldin machte, die in einem der großen Comicverlage eine eigene (wenn auch äußerst kurzlebige) Reihe erhielt.

Was auf den ersten Blick wie eine simple Parodie auf Captain America daherkommt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als sehr viel interessanter. Allerdings besitzt der optisch ansehnlichere zweite Band nicht mehr dieselbe inhaltliche Qualität wie sein Vorgänger. Zwar bin ich nach wie vor der Meinung, dass das Superheldengenre von Natur aus der Behandlung komplexer menschlicher und gesellschaftlicher Themen enge Grenzen setzt; und auch Captain Confederacy hat mich in dieser Hinsicht nicht wirklich vom Gegenteil überzeugen können. Aber er hat mir doch gezeigt, dass man mit der nötigen kritischen Herangehensweise auch in den engen Grenzen des Genres eine Menge erreichen kann. Besonders beeindruckend fand ich z.B. die Sequenz in The Nature of the Hero, in der die Rassistin Roxanne durch ihre erwachenden telepathischen Fähigkeiten plötzlich gewzungen wird, die Welt durch die Augen der Unterdrückten zu sehen, oder die Gedanken einer Frau zu lesen, ohne dabei sagen zu können, welche Hautfarbe diese besitzt.

Montag, 13. August 2012

Und schon wieder Creepy Howie

Mein Dank geht an Caitlin R. Kiernan, deren Empfehlung mich soeben zu José Olivers and Bartolo Torres' Comicstrip Young Lovecraft geführt hat. Wer könnte schon dieser Charakterisierung widerstehen: "It's like Peanuts for creepy people, with just a dash of perversion"? Ich jedenfalls nicht ...

Samstag, 28. April 2012

Happy Birthday, Gronk!

Wie immer bin ich auch diesmal zu spät dran ...
Ich hoffe nur, das kleine grünhäutige & blonde Monster verzeiht mir.  Doch wie dem auch sei, ich wünsche Gronk und seiner IHRER* Schöpferin Katie Cook alles alles Gute zum zweiten Geburtstag! Mögen sie uns noch lange mit ihren allwöchentlichen Comicstrips beglücken!

* Oh Gott, ist mir das jetzt peinlich ... 

Mittwoch, 22. Februar 2012

Gronk, Dale, Kitty?

Ich habe einen Grund mehr, mich auf Freitag zu freuen: Katie Cooks Webcomic

                Gronk - a monster's story