"Außerdem studierte er abstruse Bücher, die aus chaldäischen Bibliotheken
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."

Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten


Donnerstag, 8. November 2012

Dekadenz statt Dracula

Ich glaube, ich werde mir zur Feier von Bram Stokers einhundertfünfundsechzigstem Geburtstag heute Nacht mal wieder Ken Russells The Lair of the White Worm anschauen, auch wenn die Ähnlichkeiten zum letzten Roman des Dracula-Autors zugegebenerrmaßen eher marginal sind.


Der Film gehört ganz sicher nicht zu Russells besten Werken wie dem  Harry Palmer - Streifen Billion Dollar Brain, der D.H. Lawrence - Adaption Women in Love, dem Tschaikowski-Biopic The Music Lovers oder seinem Meisterwerk The Devils, das bis heute nur in von der Zensorenschere verstümmelter Form zu bekommen ist. Soweit ich weiß, hat er ihn überhaupt nur deshalb gedreht, weil Vestron Pictures nach dem Video-Erfolg von Gothic unbedingt einen zweiten Horrorfilm von ihm haben wollte und andernfalls sein Wunschprojekt The Rainbow nicht finanziert hätte. Dennoch besitzt der bizarre und wunderbar dekadente Streifen einen verqueren Charme. Russells wüstes und überbordendes Talent ist halt auch in seinen schwächeren Werken immer noch zu spüren. Außerdem würde ich zu gerne mal nachprüfen, ob die von der wundervollen Amanda Donohoe gespielte Lady Sylvia tatsächlich am laufenden Band Oscar Wilde zitiert, wie Produzent Dan Ireland hier behauptet.
   

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