"Außerdem studierte er abstruse Bücher, die aus chaldäischen Bibliotheken
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."

Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten


Samstag, 9. Dezember 2017

Strandgut der Woche

Samstag, 2. Dezember 2017

Strandgut der Woche

Mittwoch, 29. November 2017

Even a man who is pure in heart

Unter den phantastischen Kreaturen bildet der moderne Werwolf so etwas wie eine Seitenlinie der sehr viel älteren und umfangreicheren Familie der Gestaltswandler. Das lässt sich sehr schön an einigen seiner mittelalterlichen Vorfahren erkennen, wie sie uns z.B. im Bisclavret der Marie de France oder in der Geschichte von Sigmund und Sinfjötli aus der Välsungasaga begegnen. Denn auch wenn ich deren Verwandtschaft zum waschechten Werwolf nicht leugnen will, teilen sie doch mindestens ebensoviele Eigenschaften mit anderen Vertretern der breiteren Sippschaft, wie etwa der guten Undine oder den altnordischen Schwanenjungfrauen.
So gesehen ließe sich die Tendenz, Werwölfe nicht länger als fluchbeladene Ungeheuer, sondern als Träger einer besonderen Gabe oder eines "special skill" zu betrachten, die man offenbar in einer ganzen Reihe jüngerer Werke der "Werwolfliteratur" beobachten kann, beinah als eine Art "back to the roots" betrachten.
Für mich jedoch geht dabei etwas vom eigentlichen Reiz des modernen Werwolfs verloren. Ein Reiz, der sich in zwei zwar miteinander verwandten, aber doch klar voneinander zu unterscheidenen Varianten der Figur äußert. 

Wenn ich zu deren Umschreibung im Folgenden nicht Bücher, sondern Filme heranziehe, ist das nicht allein dem Umstand geschuldet, dass ich mich in diesem Medium besser auskenne. In der Tat ist der Werwolf, so wie wir ihn heute kennen, wie kaum ein anderes ikonisches Monster der Popkultur {mit Ausnahme des Zombies natürlich} ein Geschöpf Hollywoods.   

Schaut man sich die Universal - Monsterfilme der 30er Jahre an, deren prägende Bedeutung ja kaum zu überschätzen ist, so basieren die meisten von ihnen ganz direkt auf literarischen Vorlagen: Dracula (1931), Frankenstein (1931), The Invisible Man (1931). Auf The Mummy (1932) trifft das zwar nicht zu, aber ohne die Vorarbeit von Autoren wie Bram Stoker mit Jewel of the Seven Stars und Arthur Conan Doyle mit Lot No. 249 wäre es vermutlich nie zur cineastischen Wiederauferstehung des alten Imhotep gekommen. Nur The Wolf Man (1941) tanzt da ein bisschen aus der Reihe.

Auf den ersten Blick wirkt das etwas merkwürdig. Schließlich hatte Universal einige Jahre zuvor für die Bearbeitung des Drehbuchs von The Raven (1935) die Dienste von Guy Endore in Anspruch genommen {auch wenn dessen Name in den Credits nicht auftaucht}. Und dieser hatte mit The Werewolf of Paris ein Buch geschrieben, das von vielen als der klassische Lykanthropen-Roman angesehen wird. Der 1933 erschienene Schmöker war außerdem noch ein echter Bestseller gewesen. Wie man in der New York Times hatte lesen können: "With a record of 4.030 copies sold in twelve days, The Werewolf of Paris becomes one of the fastest moving of recent novels."* Wäre es da nicht naheliegend gewesen, den guten Mr. Endore erneut zu engagieren und ihn auf Grundlage seines eigenen Romans ein Script für Universals zweiten Werwolffilm {nach The Werewolf of London [1935]} schreiben zu lassen?
Nicht wirklich. Denn auch wenn Endores Roman anlässlich seiner zweiten Auflage 1941 als lykanthropisches Äquivalent zu Bram Stokers Dracula angepriesen wurde, handelt es sich bei ihm doch nicht unbedingt um eine typische Gothic Horror - Erzählung. Ein Gutteil des Buches beschäftigt sich weniger mit den blutigen Umtrieben des eponymischen Werwolfs, als vielmehr mit dem {nicht weniger blutigen} historischen Hintergrund der Geschichte: Dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 und dem Aufstand der Pariser Kommune. Guy Endore war ein überzeugter Sozialist. Das war im Hollywood der 30er/40er Jahre zwar nicht so außergewöhnlich, auch ist das Bild, das er von den Kommunarden zeichnet, in keiner Weise idealisiert, aber dennoch könnte dem Studio die politische Dimension des Romans etwas heikel erschienen sein. {Von den Kosten, die ein solches Setting verursacht hätte, einmal ganz abgesehen}. Erschwerend hinzu kamen einige recht deutlich sexuell-fetischistische Motive der Erzählung. Nicht zufällig hatte Endore zuvor Werke von Hanns Heinz Ewers ins Englische übersetzt und würde sehr viel später eine Biographie des Marquis de Sade verfassen.
Natürlich wäre es möglich gewesen, alle anstößigen Elemente aus dem hypothetischen Script heraus zu schreiben. Schließlich sind die Universal - Monsterfilme ganz allgemein keine besonders getreuen Umsetzungen ihrer literarischen Vorlagen. Und in gewisser Hinsicht würden die Jungs von Hammer Film Productions zwanzig Jahre später bei ihrer Endore-"Adaption" The Curse of the Werewolf (1961) genau dies machen. 

Doch ich mach jetzt lieber schluss mit diesen haltlosen Spekulationen. Schließlich weiß ich nicht einmal, ob man bei Universal eine Adaption von The Werewolf of Paris überhaupt je in Erwägung gezogen hat. Zuvor möchte ich allerdings die Gelegenheit nutzen, um darauf hinzuweisen, dass zu den zahllosen Veränderungen, die Hammer in den 60er Jahren an der Erzählung vornahm, zwei gehören, die man spontan vielleicht nicht für solche halten würde: Die Verwandlung von Oliver Reeds Leon findet unter dem Einfluss des Vollmonds statt, und der Werwolf wird am Ende mit einer silbernen Kugel zur Strecke gebracht.

Beide Motive sind für uns heute fester Bestandteil der Werwolfmythologie, doch als Guy Endore seinen Roman schrieb, waren sie das noch nicht. Dass Silber eine machtvolle Waffe gegen die finsteren Mächte ist, besitzt seine Wurzeln natürlich in "realer" Folklore, doch zum ultimativen Anti-Lykanthropikum wurde das Metall erst durch The Wolf Man (1941).** Das Vollmondmotiv wird sogar erst im Sequel Frankenstein Meets the Wolf Man (1943) eingeführt, ohne dabei bereits als der einzige Auslöser für die Verwandlung zu erscheinen. In den berühmten Versen des Originals ist nur vom "Herbstmond" die Rede. 

Dieselben Verse umschreiben recht schön, worin für mich der Reiz dieser ersten Werwolf-Variante besteht: 
Even a man who is pure in heart,
And says his prayers by night,
May become a wolf when the wolfbane blooms
And the autumn moon is bright. 
In Geschichten wie The Wolf Man erscheint Lykanthropie als ein fürchterlicher Fluch. Dieser Fluch ist nicht die Strafe für ein moralisches Fehlverhalten oder für das Brechen eines Tabus. Ebensowenig wird er von irgendeinem bösen Zauberer oder einer bösen Hexe über den Helden verhängt. Larry Talbot hat einfach das Pech, von Wolf-Bela gebissen zu werden.

Natürlich könnte man sehr leicht darauf verfallen, den Fluch der Lykanthropie als das Hervorbrechen der "Bestie im Menschen" zu verstehen. Doch ich denke, auf Geschichten dieser Art trifft eine solche Interpretation nicht zu. Hier zumindest ist der Werwolf keine haarigere Variante von Mr. Hyde. Die Lykanthropie zwingt Talbot nicht dazu, den primtiven, triebhaften Teil seines Wesens zu offenbaren, sondern vielmehr zu etwas zu werden, was seinem Wesen vollkommen fremd ist.
Das erklärt auch, warum sich dieser Werwolf nicht als romantischer Antiheld eignet. Es ist nichts romantisches daran, sich in eine blutgierige Bestie zu verwandeln, die sich ihre Opfer aller Wahrscheinlichkeit nach unter denen suchen wird, die einem am nächsten stehen. Es besteht keine Möglichkeit, sich mit dem Fluch zu arrangieren oder ihn unter Kontrolle zu bringen. Ein "normales" Werwolfdasein ist völlig undenkbar, auch wenn es aus viel düsterem und "tragischem" Gebrüte bestehen würde. Talbots Situation ist auswegslos. Am Ende von The Wolf Man wird er von seinem eigenen Vater erschlagen, und nach seiner Wiederauferstehung in Frankstein Meets the Wolf Man kennt er nur ein Ziel: Sein neuegewonnenes Leben schnellstmöglich wieder und diesmal endgültig zu beenden.
Frankensteins Kreatur trägt Züge des missverstandenen "Anderen", und selbst dem untoten Imhotep können wir ein gewisses Maß an Sympathie nicht absprechen.*** Auf den Wolfsmenschen trifft dies so nicht zu. Wir empfinden Mitleid für den Menschen Larry Talbot, aber nicht für das wölfische Monster, in das er sich verwandelt. Wenn die Bewohner von Llanwelly sich mit Fackeln und Gewehren aufmachen, den Werwolf zur Strecke zu bringen, haben sie zwar etwas von einem Lynchmob, aber dass nur deshalb, weil wir wissen, dass der von ihnen Gejagte im Grunde ein kranker Mensch ist. Doch da dessen "Krankheit" unheilbar ist, bleibt für Talbot am Ende tatsächlich kein anderer Ausweg als der Tod, sei es von fremder oder eigener Hand****

Die zweite Variante folgt der oben genannten "psychologischen" Interpretation, die im Werwolf ein Symbol für das Triebhafte im Menschen sieht – oft mit einer starken Betonung des Sexuellen. Das berühmteste filmische Beispiel dafür ist vermutlich Neil Jordans & Angela Carters Company of Wolves (1984). Tatsächlich jedoch ist diese Variante auch in der Welt des Kinos beinah so alt wie der Wolf Man.

Ein Jahr nachdem dieser seinen Leinwand-Einstand hatte feiern können, beschloss RKO eine eigene Horror-Abteilung zu gründen, um gleichfalls von dem erneuten Boom des Genres zu profitieren. Aufgabe der Abteilung solte es sein, mit wenig Geld eine Reihe von B-Movies zu produzieren, die man zusammen mit den respektableren A-Movies als Double Bill an die Kinobetreiber verkaufen würde. Zum Leiter ernannte man Val Lewton. Bei seiner Arbeit hatte dieser drei Regeln zu gehorchen: 
1.) Das Budget eines Films durfte  $150.000 nicht überschreiten,
2.) Kein Film durfte länger als 75 Minuten sein, 
3.) Die Titel der Filme wurden vom Studio vorgegeben. 
Im Gegenzug erhielt Lewton fast vollständige künstlerische Freiheit bei den unter seiner Leitung produzierten Streifen. {Zumindest was Eingriffe seitens der Studioführung anging. Natürlich musste auch er sich dem "Production Code" beugen und stets ein Auge auf die staatliche Zensur halten.} Diese Freiheit nutzte Lewton voll und ganz aus, und so entstanden unter seine Ägide eine Reihe von Horrorfilmen, die zu den interessantesten und intelligentesten Vertretern des Genres in den 40er Jahren gehören.

Der erste von ihnen war Cat People (1942), gedreht unter der Regie des großen Jacques Tourneur. Bei diesem handelt es sich natürlich nicht eigentlich um einen Werwolffilm, tatsächlich jedoch hatten die RKO-Bosse an The Wolf Man gedacht, als sie Lewton den ersten Titel für seine Horror-Abteilung aufdrückten. Heraus kam dabei kein billiger Abklatsch des Universal-Erfolgs mit Panthern statt Wölfen, sondern ein völlig eigenständiges Werk, in dem die Verwandlung der Protagonistin Irena in eine Raubkatze nun sehr offen mit sexueller Leidenschaft verknüpft wird. So gesehen denke ich, dass dieser Film sehr wohl als erstes Beispiel für die zweite Lykanthropen-Variante gelten kann.

Oberflächlich betrachtet ist Irina wie Talbot Opfer eines Fluches. Die Verwandlung geschieht ebenso zwanghaft und stürzt sie in mindenstens ebenso große Gewissensqualen wie ihren wölfischen Widerpart. Doch anders als bei ihm ist sie nichts wesensfremdes, sondern ein extremer Ausdruck ihrer eigenen, sehr menschlichen Gefühle.   



* Zit. nach: Carl Grey Martin: Guy Endore's dialectical werewolf.
** Eine silberne Pistolenkugel kommt zwar auch in The Werewolf of Paris vor, und sie wird wie ihr späteres Gegenstück in Curse of the Werewolf aus einem eingeschmolzenen Kruzifix gegossen. Doch ist es nicht sie, die zum Ableben des eponymischen Lykanthropen führt.
*** Bei Gelegenheit möchte ich mich unbedingt einmal etwas eingehender mit Universals klassischen Mumienfilmen beschäftigen. Sowohl mit Karl Freunds großartigem Original aus dem Jahre 1932, als auch mit der Kharis-Reihe der 40er Jahre, die ihrem Vorläufer zwar in keiner Weise das Wasser reichen kann, auf ihre Art aber dennoch recht unterhaltsam ist.
**** Genau genommen findet Talbot im dritten Sequel House of Dracula (1945) tatsächlich Heilung/Erlösung, aber diese finale Wendung scheint mir für die Charakterisierung der ursprünglichen Figur irrelevant zu sein. Schließlich verdanken Universals Monster-Crossovers der Mittvierziger ihre Existenz ausschließlich dem Verlangen des Studios, aus ihren populären Figuren auch noch den letzten Dollar an Profit herauszupressen. {Ja, Hollywood war schon immer so}. Und das merkt man ihnen auch an ..

Samstag, 25. November 2017

Strandgut der Woche

Montag, 20. November 2017

Willkommen an Bord der "Liberator" – S02/E05: "Pressure Point"

Die beiden wichtigsten Entscheidungen, die während der Entwicklungsphase der zweiten Staffel von Blake's 7 getroffen worden waren, lauteten: 1.) Ein Mitglied der Crew wird sterben. 2.) Es wird einen längeren Handlungsbogen um Blakes Versuch geben, das Computerkontrollzentrum der Föderation zu zerstören. So gesehen ist Pressure Point eine äußerst wichtige Episode, wenn auch leider keine hundertprozentig gelungene. Wofür jedoch beinah ausschließlich eine äußerst unbeholfene "Deus ex machina" - Wendung kurz vor dem Ende verantwortlich ist.

Die Liberator hat sich erstmals ins Sonnensystem vorgewagt. Die meisten Crewmitglieder glauben, es gehe lediglich darum, den äußeren Verteidigungsperimeter der Erde auszukundschaften, doch dann eröffnet ihnen Blake, dass er vorhat, einen direkten Angriff auf das Nervenzentrum der Föderation zu starten – den zentralen Computerkomplex "Control", der alle Aktivitäten des Regimes koordiniert. Zwar ist solch ein Schlag schon von vielen versucht worden, doch in seiner egomanischen Art ist Blake überzeugt davon, dass ihm gelingen wird, woran alle anderen scheiterten: "I think I can destroy it." Zudem hat er sich die Unterstützung der Guerillaführerin Kasabi gesichert, mit der man sich in der Nähe der Verbotenen Zone treffen werde, in welcher sich "Control" befindet.
Cally ist die einzige, die diesem Plan ohne zu zögern zustimmt. Nicht das erste Mal, dass die ehemalige Partisanin eine übergroße Begeisterung für gewagte Aktionen an den Tag legt. Der Rest der Crew ist da schon deutlich weniger enthusiastisch. Jenna wird am deutlichsten: "Blake, are you crazy? We can't afford to take risks like that." Doch wieder einmal gelingt es dem charismatischen Führer, seine Kameraden schließlich rumzukriegen. Unter einer Bedingung: "We want your word that if the mission looks impossible, then we'll pull out." Blake stimmt dem zu, solange die Autorität für diese Entscheidung ganz allein bei ihm bleibt.
Selbst Avon erklärt sich bereit, mitzumachen. Seine Beweggründe, die er Blake ganz unverblümt darlegt, haben selbstverständlich nichts mit revolutionärem Heroismus oder persönlicher Loyalität zu tun. Sollte es tatsächlich gelingen, "Control" zu zerstören, würde es höchstwahrscheinlich zu heftigen Unruhen auf der Erde kommen. Dass Blake sofort versuchen würde, in die Rolle des großen Revolutionsführers zu schlüpfen, als der er sich immer schon gesehen hat, steht für Avon außer Frage. Und damit würde sich für ihn eine einmalige Gelegenheit eröffnen, endlich die Kontrolle über die Liberator zu übernehmen  Dass dies sein Ziel ist, wissen wir spätestens seit Redemption, der Eröffnungsepisode der zweiten Staffel.

Die Aktion steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Kaum haben sich Blake und Gan auf die Oberfläche teleportieren lassen, müssen sie auch schon entdecken, dass Kasabi und ihre Mitstreiter von Föderationstruppen in einen Hinterhalt gelockt und getötet wurden. Kasabis Tochter Veron (Yolande Palfrey) scheint die einzige Überlebende des Massakers zu sein. Blake verschweigt seinen Kameraden auf der Liberator, was vorgefallen ist, da er seinen Plan unbedingt durchziehen will, obwohl alles auf eine Falle hindeutet.
Tatsächlich ist das Ganze von Travis und Servalan in die Wege geleitet worden. Dabei ist die Gefangennahme Kasabis (Jane Sherwin) für die Oberste Befehlshaberin ein zusätzlicher Bonus, handelt es sich bei der Rebellenführerin doch um ihre ehemalige Ausbilderin aus der Militärakademie. In diesem Zusammenhang erhalten wir ein paar kurze Einblicke in Servalans Werdegang. Offenbar stammt sie aus extrem reichen und privilegierten Kreisen und verdankt ihren Aufstieg nicht allein ihrer Schläue und Rücksichtslosigkeit, sondern ebenso sehr dem Einfluss ihrer Familie. Dass Leute wie Kasabi vor nicht allzu langer Zeit noch offizielle Posten in der Föderation innehatten, weist außerdem einmal mehr darauf hin, dass das Regime nicht von Beginn an eine quasi-faschistische Diktatur war.
Von Veron verraten die glaubt, damit ihre Mutter retten zu können –, finden sich Blake, Gan, Avon und Vila schon bald in einer verlassenen Kirche gefangen gesetzt. {Die Serie hält ihrem Low Budget - Appeal standhaft die Treue}. Dank Gans Bärenkräften gelingt zwar die Flucht, aber natürlich ist Blake immer noch nicht bereit, den Rückzug anzutreten. Zumal der Kontakt zur Liberator abgebrochen und ein direktes Zurück-Teleportieren damit vorerst ohnehin unmöglich ist.
Avon gelingt es, der Gruppe einen {wenn auch sehr riskanten} Zugangsweg zum unterirdischen "Control" - Komplex zu öffnen, und für einen kurzen Moment scheinen die Dinge trotz allem gar nicht so schlecht für unsere Helden zu stehen. Bis sie ihr Ziel erreichen ...
Die Szene, in der Blake in den vermeintlichen "Control" - Bunker stürmt und dabei ekstatisch "We've done it! We've done it! We've done it! I've done it!" brüllt, ist ohne Frage der Höhepunkt von Pressure Point. Der Freiheitskämpfer ist ein Mann mit einem gewaltigen Ego, der den revolutionären Kampf als eine Art Duell zwischen ihm selbst und dem Regime betrachtet. Er glaubt an seine eigene Legende. Sieht sich  als der überlebensgroße "Befreier", der eigenhändig eine ganze Diktatur zum Einsturz bringen kann. Das wird an dieser Stelle überdeutlich.
Um so vernichtender ist die Wirkung auf ihn, als ihm bewusst wird, dass er in einer leeren Lagerhalle steht. "Control" befindet sich überhaupt nicht in der Verbotenen Zone! Der ganze Bunkerkomplex ist nichts als eine aufwendige Falle, die Gegner des Regimes ins Verderben locken soll!

Dass unsere Helden diesem Schicksal am Ende entgehen, verdanken sie einzig einem "Dea ex Machina" - Auftritt von Jenna. Dennoch müssen sie einen bitteren Preis für Blakes Größenwahn zahlen: Gan bleibt tot in dem leeren Bunker zurück. 

Samstag, 18. November 2017

Strandgut der Woche

Dienstag, 14. November 2017

Neue Wege

Eigentlich sind Sachen wie "Bloggerawards" ja nicht so mein Ding ... Das heißt, wenn ich ehrlich sein soll, weiß ich nicht mal genau, was "Bloggerawards" überhaupt sind ...

Doch hey, wenn mich die gute Alessandra Reß auffordert, einmal neue Wege zu beschreiten, kann ich natürlich nicht nein sagen. Also versuche ich mich mal an diesem "Mystery Blogger Award".

Bloggerawards scheinen ziemlich durchreglementierte Dinger zu sein. Als semianarchistischer Kommunist werde ich natürlich nicht allen Regeln folgen, aber versuchen wir wenigstens anfangs brav zu sein.

Regel 1: Awardschöpfer nennen:


Regel 2: Award-Logo platzieren:

Okay, warum nicht ...

mystery blogger award

Regel 3: Nominierender Person danken:
   
Das wäre dann wohl Alessandra. Vielen Dank!

Regel 4: 3 Dinge über mich / von mir erzählen

1) Dass meine universitäre Laufbahn von Panikattacken & Depression schon vor dem Magister-Abschluss {so hieß das damals noch} ausgebremst wurde, macht mir inzwischen eigentlich nicht mehr viel aus. Schade finde ich es aber nach wie vor, dass mir damit die Gelegenheit entgangen ist, an der Edition eines Büchleins mit mittelalterlichen Zaubersprüchen mitzuarbeiten, für die meine damalige Mediävistik-Professorin mich eigentlich rekrutieren wollte.

2) Ich kann noch heute die Titelmelodie von Ronja Räubertochter vor mich hin summen, obwohl ich den Film glaub ich nur einmal richtig gesehen habe, und das war 1984 im Kino.
{Ja, inzwischen hab' ich sie mir in unterschiedlichen Versionen auf Youtube wieder angehört, aber ich hatte sie tatsächlich über Jahrzehnte nie vergessen.}

3) Mein einziger Besuch in Amsterdam bestand aus einer wenig angenehmen Nacht, die ich in einem Straßengraben am Stadtrand verbracht habe.

Regel 5: Fragen der Nominierenden beantworten
1. Fangen wir einfach an: Welches Brett- oder Kartenspiel kannst du warum empfehlen?
Ui, schwierig. Ich hab' schon lange keine Gelegenheit mehr gehabt, mich mit Brett- oder Kartenspielen zu amüsieren. Gehörte ehrlich gesagt auch nie zu meinen bevorzugten Hobbies oder Unterhaltungsformen. Ich habe nostalgische Erinnerungen an vergangene Talisman - Abende. Und eine Zeit lang habe ich mich regelmäßig mit einem Freund im Café zum Backgammon - Spielen getroffen. Ich weiß, nicht besonders originell. Aber hey, was gut genug für mittelalterliche Minnesänger war, ist gut genug für mich.
2. Welcher Fehler in einem Buch / Film / Game hat dich wirklich gestört?
Es gibt verdammt vieles, was mich an Peter Jacksons Lord of the Rings - Adaption ärgert. Am meisten jedoch vielleicht, dass er die Szene auf der Treppe von Cirith Ungol rausgeschmissen hat, in der Gollum von seinem Treffen mit Shelob/Kankra zurückkehrt, den schlafenden Frodo vorfindet und dann von Sam dumm angemacht wird. Der entscheidende Wendepunkt in Gollums Entwickung, und für mich eine der wichtigsten Passagen des gesamten Romans!
3. Ok, jetzt aber mal kreativ werden. Pass auf, du arbeitest im Marketing eines Verlagshauses und darfst den Titel für die nächste Romantasy-Veröffentlichung benennen. Den Inhalt kennst du nicht. Welchen Titel wählst du?
Auch nach einer Woche ist mir da nichts witziges eingefallen. Tut mir leid!
4. Und wie nennst du deine Epic-Power-Fantasy-Metal-Band, mit der du nächstes Jahr bei Wacken auftrittst? (Ja, natürlich habt ihr ein quietschbuntes Cover. Mit Einhorn. Bösem Einhorn.)
The Vandalizing Wurdalaks. Okay, ist mehr Horror als Fantasy. Ob wir ein böses Einhorn auf dem Poster hätten, weiß ich deshalb nicht so genau. {Auch wenn mir die Idee gefällt!} Aber auf jedenfall würden wir alle so komische Pelzkapuzen tragen wie Boris Karloff in Black Sabbath.
5. Welche Künstler / Medien / … zieren deine Wände in Form von Postern / Postkarten /… ?
Frag mich in einem halben Jahr noch mal, wenn ich hoffentlich endlich wieder ein "richtiges" Domizil bezogen habe. Meine jetzige Bleibe gleicht nach wie vor einem auf Jahre gestreckten Übergangszustand.
In meiner alten Mönchszelle in Mainz waren es Frida Kahlo, Wassili Kandinski, ein auf Postkartengröße eingeschrumpftes Plakat für Das Cabinet des Dr. Caligari und Leonard Nimoy als Spock. Aber der Großteil der Wände wurde ohnehin von Bücherregalen in Beschlag genommen ...

Den Rest der Regeln ignoriere ich einfach ...

Sonntag, 12. November 2017

Lovecraftiana




Statues standing in a sea of night.
They weep for  forgotten shores of light.
That is not dead which can eternal lie,
And with strange aeons even death may die.

And you know the walls are whispering.
What do they say?
They won't go away.
 
{von dem 2001 erschienenen, H.P. Lovecraft gewidmeten Album Strange Aeons}

Meine zwei Wochen Urlaub neigen sich ihrem Ende entgegegen. Dank einer ziemlich fiesen und unangenehm zählebigen Erkältung, die sich mittlerweile zwar auf dem Rückzugsgefecht befindet, aber immer noch nicht ganz geschlagen ist, habe ich sie nicht so verbringen können, wie ich mir das eigentlich gewünscht hatte. Aber auf ihre Art waren sie wohl trotzdem ganz entspannend und erholsam.

Da ich durch meinen Gesundheitszustand mehr oder weniger an meine Eremitage gefesselt blieb, ist es wohl nicht verwunderlich, dass ich eine Ablenkung von krampfhaftem Gehuste und verschleimten Nebenhöhlen vor allem in den fantastischen Weiten des Netzes {und den nicht weniger fantastischen Universen, die sich zwischen manchen Buchdeckeln auftun} gesucht habe. Ein paar meiner dabei gemachten Funde möchte ich nun mit meinen Leserinnen und Lesern teilen. Um dem Ganzen eine etwas einheitlichere Form zu verleihen, beschränke ich mich auf den lovecraftianischen Anteil der Ausbeute.

1) Julie Hoversons "The Lovecraft 5"


Julie Hoversons Hörspielversionen von The Dunwich Horror, The Rats in the Walls und The Thing on the Doorstep, die man neben vielem anderen auf ihrer Website 19 Nocturne Boulevard finden kann, waren mir schon seit längerem bekannt. Warum mir die kleine Gruppe der Lovecraft 5 bisher entgangen war, weiß ich nicht genau. Vermutlich hatte ich sie unterbewusst immer den "simplen" Lesungen zugeordnet. 
In Wirklichkeit handelt es sich um sechs halbstündige Stücke, die zwar alle auf Geschichten des alten Gentlemans basieren, dabei jedoch zugleich dem Format der "Club Tales" folgen, wie wir sie etwa aus Lord Dunsanys Jorkens - Büchern oder auch aus William Hope Hodgsons Carnacki, the Ghost-finder kennen. Freilich wechselt dabei der Erzähler von Episode zu Episode. 
Die Grundidee ist, dass sich fünf miteinander befreundete "lovecraftianische Archetypen" – Charles, der "Dilettant"; Edward, der "Schriftsteller"; Herbert, "der Wissenschaftler"; Richard, der "Künstler" und Warren, der "Akademiker" – treffen und einander unheimliche und unglaubliche Geschichten erzählen. Jeder von ihnen hat eine andere, seinem Typ entsprechende Herangehensweise an das Erzählte. Und da keiner der fünf groß Bedenken hat, einem seiner Freunde ins Wort zu fallen, wird die Erzählung immer wieder von Fragen, freundschaftlichen Neckereien, pedantischen Abschweifungen und ironischen Zwischenbemerkungen unterbrochen. Das Endprodukt ist sicher weniger unheimlich, als man es von lovecraftianischen Geschichten vielleicht erwarten würde, doch dafür sehr amüsant und unterhaltsam.  

2) Jason Thompsons Webcomics

Der amerikanische Künstler Jason B. Thompson veröffentlichte 2011 nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne seine Comicadaption von Lovecrafts The Dream-Quest for Unknown Kadath, die er zwischen 1997 und 1999 geschaffen hatte, zusammen mit einigen weiteren Dreamlands - Geschichten. Wenn man das Hauptwerk sehen will, wird man nicht umhin kommen, den Geldbeutel zu zücken. Doch wer einen ersten Eindruck von Stil und Herangehensweise der Adaptionen erhalten will, kann sich einige kürzere Geschichten als Webcomics auf Thompsons Website anschauen.

3) Ryo Shinagawas H.P. Lovecraft's Dunwich Horror and Other Stories

Lovecraft besitzt eine recht ansehnliche Fangemeinde in Japan, und so ist es nicht erstaunlich, dass sich auch japanische Künstler immer wieder an Adaptionen seiner Werke versuchen. Einer von ihnen ist der Filmemacher Ryo Shinagawa. Leider hat eine kurze Google-Suche mit Ausnahme dieses Vimeo-Accounts keinerlei weitere Informationen über ihn zu Tage gefördert. Seine Ga-nime - Adaption von The Picture in the House, The Dunwich Horror und The Festival aus dem Jahre 2007 ist jedenfalls ein äußerst faszinierender Film. Doch Achtung: Der Streifen besitzt keinerlei Untertitel. Wer also kein Japanisch beherrscht, sollte mit den zugrundeliegenden Geschichten vertraut sein.


Samstag, 11. November 2017

Strandgut der Woche

Dienstag, 7. November 2017

Bei Crom!

Völlig zurecht gilt Basil Poledouris' Musik für John Milius' Conan the Barbarian (1982) als einer der größten Fantasyfilm - Soundtracks aller Zeiten. Ich glaube, es war Charlie Brigden – der Mann hinter dem fantastischen Sound of Fear - Podcast – durch den ich vor Zeiten erfahren habe, dass es eine von Philipp Pelster geschaffene Orgel - Version von Conan gibt. Hier ist sie, und sie ist einfach großartig: