- Trilogy of Terror Podcast: The Zombie Flesh Eaters Trilogy
- SFFaudio Podcast: A Maze of Death by Philip K. Dick
- Trekabout - Episode 227: Once More Unto The Breach / The Siege of AR - 558
- Women at Warp - Episode 49: Would Lady Kirk Wear a Miniskirt?
- Space Dock Jury - Episode 24: You’ve Made A Ship Out Of A Bin?
- Moviedrone: The Ultimate Soundtrack Guide to Star Wars
- Tuning In - Episode 25: United States of Tara, Dept. of Fucked Up Family Services / Explosive Diorama
- The Monster Hunters: Series 3 Episode 2 - Death on Hell Mountain!
- NUTS4R2 bespricht Sherlock 4.1 - The Six Thatchers * Now On The Big Screen
- NUTS4R2: Annual Cryptic Movie Quiz Answers and Winners
- Movies Silently: Blackmail (1929) - A Silent Film Review von Fritzi Kramer
- Movies Silently: Theme Month! January 2017: Dreams, Visions & Hallucinations
- Movies Silently: Silent Stars Name Their Favorite Roles (and most of them are on home video!)
- Movies Silently: Cooking with the (Silent) Stars: Betty Jewel’s Eggs Suzette
- Movies Silently: The Silent Movie Sandwich Cookbook
- Cinephilia & Beyond: The Long Goodbye: Robert Altman and Leigh Brackett’s Unique and Fascinating Take on Chandler and Film Noir
- Cinephilia & Beyond: Vittorio Storaro: The Tragedy of Modern Technology and Its Effect on Cinematography
- Diabolique Magazine: The Owl Murders: Michele Soavi’s Deliria aka StageFright von Samm Deighan
- Diabolique Magazine: Orders from Another World: The Poliziotteschi of Fernando Di Leo, Part One von Samm Deighan
- The Last Drive In: All *kinds* of observable differences: The world of Ruth Gordon von Jo Gabriel / Monster Girl
- Screaming Queenz: New Year's Evil von Jonathan Larkin
- Women at Warp: I’m Still Alive von Anika Dane
- Jim Jarmusch’s Paterson: A tribute to American cities and poetry von Dorota Niemitz
- Film on Paper: The Hudsucker Proxy (UK) * Rambo: First Blood Part II (Thailand)
- Bibliotheka Phantastika: Zum 60. Geburtstag von Thomas Ziegler
- Translate or Die: The Dispossessed – Ein feministischer Blick auf die Utopie von Ursula K. Le Guin von Markus Mäurer
- Lake Hermanstadt: Gibt es die faschistische Fantasy?
- Metaphernpark: »Józef macht Kunst im Bilderbuch« – Ein Gespräch mit Gerd Maschmann, Buchhändler und Literaturagent von Józef Wilkoń
- Strange Horizons: Who Killed Thomas M. Disch? von Sam J. Miller
- Folklore on Friday: Twelfth Night von Jim Moon
- Myth & Moor: The Folklore of Winter & A parliament of owls von Terri Windling
- Modular: Everything You Ever Wanted to Know About The Temple of Elemental Evil von Bob Byrne
- Journey to the Future-Past with the Sci-Fi Art of the 1970s! von Leah Schnelbach
- Operation Gnadenakt von Frank Böhmert
Seiten
"Außerdem studierte er abstruse Bücher, die aus chaldäischen Bibliotheken
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."
Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."
Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten
Samstag, 7. Januar 2017
Strandgut der Woche
Donnerstag, 5. Januar 2017
Tolkien und die kleinbürgerliche Utopie
Corrupted romanticism is as
unwholesome as [...]
corrupted realism.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mit etwas Verspätung einen kurzen Beitrag zur Feier von J.R.R. Tolkiens einhundertfünfundzwanzigstem Geburtstag zu schreiben. Doch nun hat der gute "Murilegus rex" auf seinem Blog Lake Hermanstadt einen äußerst lesenswerten Beitrag mit dem Titel Gibt es faschistische Fantasy? veröffentlicht, dessen Lektüre mich dazu animiert hat, in einem meiner alten Tolkien - Manuskripte herumzublättern und einige Passagen hervorzukramen, die sich als eine Art weiterführender Kommentar zu diesem Essay eignen könnten
unwholesome as [...]
corrupted realism.
Michael Moorcock, Epic Pooh
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mit etwas Verspätung einen kurzen Beitrag zur Feier von J.R.R. Tolkiens einhundertfünfundzwanzigstem Geburtstag zu schreiben. Doch nun hat der gute "Murilegus rex" auf seinem Blog Lake Hermanstadt einen äußerst lesenswerten Beitrag mit dem Titel Gibt es faschistische Fantasy? veröffentlicht, dessen Lektüre mich dazu animiert hat, in einem meiner alten Tolkien - Manuskripte herumzublättern und einige Passagen hervorzukramen, die sich als eine Art weiterführender Kommentar zu diesem Essay eignen könnten
In Auseinandersetzung mit dem neonazistischen Blödsinn der Metapedia beschäftigt sich "Murilegus rex" in erster Linie mit der Frage, inwieweit sich Tolkiens Lord of the Rings mit der "Rassenlehre", wie sie von den Nationalsozialisten und anderen vertreten wurde, vereinbaren lässt. Ohne Zweifel ein interessantes Thema, doch in Anbetracht des Titels, den sein Essays trägt, scheint mir das etwas zu kurz gegriffen. Faschismus – sowohl als Ideologie wie als politische Bewegung – lässt sich nicht auf das Element des Rassismus reduzieren. Wobei ich wohl rasch hinzufügen sollte, dass ich nicht glaube, "Muriligus rex" habe diesen Eindruck vermitteln wollen. Das Folgende ist darum auch nicht als Kritik an seinem Text gedacht. Vielmehr möchte ich versuchen, das Thema "Tolkien und der Faschismus" von einer etwas anderen Perspektive – abseits des Fragenkomplexes Rassismus/Rassentheorie – anzugehen.
Michael Moorcock, den man als den Urvater der linken Tolkienkritik in der Phanatstik-Szene bezeichnen kann, zählt in seinem Essay Starship Stormtroopers den "Professor" zusammen mit H.P. Lovecraft, Robert Heinlein und Ayn Rand zu den "crypto-fascists" – ein Begriff, der ungefähr so verschwommen ist wie unser "faschistoid".
Dem ließe sich mit gutem Recht entgegenhalten, dass der Geist des Lord of the Rings in vielerlei Hinsicht ganz und gar nicht den Wertvorstellungen des Faschismus entspricht: Hochmütiges
Herrenmenschentum à la Boromir oder Denethor erscheint in keinem
guten Licht; die Hobbits verkörpern einen auf der Tugend des Mitgefühls basierenden Heldentypus, den Arno
Breker unter Garantie nie in meterhohe Marmorblöcke gemeißelt
hätte; und natürlich gleicht auch der edle König Aragorn mitnichten
Adolf dem Anstreicher, sondern eher einem wiedergekommenen Artus. Und dennoch gibt es da
meiner Meinung nach tatsächlich einige Berührungspunkte. Nicht weil Tolkien ein verkappter Nazi
gewesen wäre, sondern weil er die Welt aus einer ähnlichen sozialen
Perspektive betrachtete – der Perspektive des von den
Erschütterungen des beginnenden 20. Jahrhunderts verängstigten
Kleinbürgers.
Ironischerweise finden sich Spuren dieser Verwandtschaft weniger in den heldischen Gestalten der blonden und blauäugigen Rohirrim, sondern eher in den grünen Gauen des Auenlandes mit seinen ebenso beschränkten wie glücklichen Bäuerlein. Wir haben bei dem Wort Faschismus fälschlicherweise immer gleich Massenaufmärsche, schwarze SS-Uniformen oder muskelbepackte Siegfrieds vor Augen. Aber neben dem Militaristischen und vermeintlich "Heroischen" hat das Sentimentale einen ebenso festen Platz in der faschistischen "Kultur": Heimat, Natur, Landleben, Familie. Einer der gruseligsten Aspekte des Faschismus war es ja gerade, dass es sich bei ihm um ein auf wagnersche Dimensionen aufgeblähtes Spießertum handelte. Einige besonders haarsträubende Beispiele dafür werden uns in den besten Passagen von Michail Romms Dokumentarfilmklassiker Der gewöhnliche Faschismus präsentiert.
Moorcock schreibt in Epic
Pooh: „The appeal of the Shire has certain similarities with
the appeal of the ‘Greenwood’ which is, unquestionably, rooted in
most of us.“ (1) Es waren Romantiker wie John Keats, Leigh Hunt und Thomas Love
Peacock, die aus dem "grene wode" der alten Balladen um
Robin Hood einen poetischen Zufluchtsort vor dem von industrieller
Revolution und Manchesterkapitalismus gezeichneten England ihrer Tage
gemacht hatten. In ihm fand ihr Ideal eines freien, natürlichen und
kameradschaftlichen Lebens seinen Ausdruck. Doch hatte bei ihnen
dabei stets eine rebellische Note mitgeschwungen. Schließlich waren
Robin und seine "merry men" in erster Linie dafür bekannt gewesen, fette
Mönche um ihr Gold zu erleichtern und den hochmütigen Sheriff von
Nottingham an der Nase herumzuführen. Dieser Aspekt ist bei Tolkien
gänzlich verlorengegangen. Ihm hätte sicher weder der ironische
Tonfall von Peacocks seinerzeit sehr beliebtem Roman Maid Marian
noch der heftige Antiklerikalismus von Hunts Robin Hood - Balladen
gefallen. Von der romantischen Revolte erhalten hat sich bei ihm in erster Linie die Sehnsucht nach einer verklärten vorindustriellen Vergangenheit. Dies zeigt sich vielleicht am deutlichsten in der Darstellung des Auenlandes.
Wie ich in einem älteren Blogpost über die Politik des Herr der Ringe ausführlicher ausgeführt habe, sehe ich eine enge Verwandtschaft zwischen dem von Tolkien gezeichneten Bild eines Utopias der kleinen Bauern und biederen Handwerker und der Ideologie des sog. "Distributismus", die von G.K. Chesterton und Hilaire Belloc vertreten wurde. Mein damaliger Beitrag endete mit folgendem Absatz:
Und genau das ist auch der Punkt, an dem es zu beunruhigenden Überschneidungen mit der Ideologie des Faschismus kommt. Handelt es sich bei diesem doch gleichfalls um eine Art Revolte des Kleinbürgertums gegen die herrschenden Verhältnisse.Das bedeutet natürlich nicht, dass Tolkien [Bellocs] The Servile State oder vergleichbare Schriften tatsächlich gelesen haben muss. Sein Denken wurzelte jedoch in denselben sozialen Verhältnissen wie das der Chesterbelloc (so nannte Bernard Shaw scherzhaft den Kreis um Belloc und Chesterton). Dass sich die Mittelschichten angesichts einer gesellschaftlichen Krise in die "gute, alte Zeit" zurücksehnen, ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen. In ihrer sozialen Stellung sowohl von den "Plutokraten" als auch von den Proletariern bedroht, wünschen sie, den Kapitalismus nicht abzuschaffen, sondern auf das Niveau einer Gesellschaft kleiner Warenproduzenten zurückführen zu können. Wie Chesterton es ausdrückte: "Too much capitalism does not mean too many capitalists, but too few capitalists." Nicht selten entdecken die Ideologen des Kleinbürgertums das ersehnte Goldene Zeitalter im zünftlerischen Handwerk des Mittelalters, während sie den mit der Scholle verbundenen Bauern als Idealtyp den entwurzelten und bedrohlichen städtischen Massen gegenüberstellen. Hierin berühren sich der "Distributismus" und Tolkiens literaterische Vision.
Auch Mussolini und Hitler
sagten im Namen des bedrohten Mittelstandes dem Finanzkapital den
Kampf an, schworen die "Zinsknechtschaft" zu brechen und gaben
sich während der "Kampfzeit
der Bewegung" alles in allem äußerst "revolutionär", während sie
gleichzeitig die "Marxisten" zu den Hauptfeinden der Nation
erklärten und die Terrorbanden der Fasci di Combattimento und der SA
gegen die Arbeiterbewegung in den Kampf schickten. Das "ewige"
Programm der NSDAP von 1920 forderte u.a.
die Schaffung eines gesunden Mittelstandes und seine Erhaltung. Kommunalsierung der Großwarenhäusern und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende, schärfste Berücksichtigung aller kleinen Gewerbetreibenden bei Lieferungen an den Staat, die Länder oder Gemeinden [...] Verstaatlichung aller bisher bereits vergesellschafteten (Trusts) Betriebe [...] Gewinnbeteiligung an Großbetrieben (2)Viele italienische Faschisten und der linke Flügel der Nazis um die Brüder Strasser gebärdeten sich noch sehr viel radikaler. (3)
Die wütende Feindschaft gegen den Sozialismus, die Idealisierung des kleinen Gewerbetreibenden, der Hass auf die "Bonzen" und "Shylocks", die kultische Verehrung des "gesunden Bauernstandes" und der patriarchalischen Familie (Chesterton und Belloc waren unversöhnliche Gegner des Frauenwahlrechts) – all diese Züge teilten Distributismus und Faschismus. Auch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die von den Chesterbelloc attackierten "Plutokraten" ominöserweise sehr oft jüdische Namen trugen. George Orwell erwähnt in seinem Essay Anti-Semitism in Britain „Chesterton’s endless tirades against Jews, which he thrust into stories and essays upon the flimsiest pretexts“ als krassestes Beispiel für den virulenten Judenhass, der zu Beginn des Jahrhunderts in Englands gebildeter Klasse herrschte.
Angesichts der sich
verschärfenden Klassenkämpfe in Großbritannien und der
bolschewistischen Revolution in Russland rückten die Chesterbelloc
in den 20er und 30er Jahren immer weiter nach rechts. Belloc hatte
seine politische Karriere als Mitglied der sozialdemokratischen
Fabian Society begonnen und war von 1906 bis 1910 Abgeordneter
der Liberalen Partei im Unterhaus gewesen.
Jetzt forderte er die Auflösung des Parlaments und die Schaffung von
ständischen Vertretungen nach dem Vorbild der mittelalterlichen
Korporationen. Zusammen mit Chesterton predigte er in den Spalten der
G.K.’s Weekly sein System des Distributismus und zog kreuz
und quer durchs Land, um distributistische Ortsgruppen zu gründen.
Die Chesterbelloc als Faschisten zu bezeichnen, wäre sicher falsch.
Chestertons humaner Charakter macht es beinahe
unmöglich, sich den geistreichen Dicken in der Uniform von Oswald
Mosleys Schwarzhemden vorzustellen. Dennoch war es kein Zufall und
auch kein Missverständnis, dass der Distributismus in den USA seinen
begeistertsten Anhänger ausgerechnet in Seward Collins fand. Der
Herausgeber der American Review, auf deren Seiten u.a. die
Southern Agrarians ihre Farmer- und Sklavenhalterromantik
propagierten, bezeichnete sich selbst offen als "american
fascist" und war ein glühender Verehrer Hitlers und Mussolinis.
Belloc mochte sein Ideal im Merry England des Mittelalters erblicken,
doch wären seine korporatistischen Fantasien politische Wirklichkeit
geworden, so hätte das Ergebnis eher dem katholisch-faschistischen
Ständestaat des portugiesischen Diktators António de Oliveira
Salazar geglichen. In den 30er Jahren äußerten die Distributisten
vermehrt Sympathien für Mussolini. Chesterton interviewte den Duce
für den G.K.’s Weekly, während er zugleich seinen alten
Buhmann, den jüdischen Plutokraten, um den Typus des jüdischen
Bolschewiken ergänzte. Der Übergang vom konservativen
Antikapitalismus zum Faschismus ist oft fließend, wie in England
schon lange zuvor das Beispiel Thomas Carlyles gezeigt hatte.
Tolkiens Katholizismus
und Antisozialismus, sein ständisches Gesellschaftsideal und sein
Hang zu feudaler Romantik rückten ihn in die Nähe der
Chesterbelloc. Andererseits trennte ihn sein tiefes Misstrauen
gegenüber allen politischen Bewegungen und Reformvorhaben von
den Distributisten.
Für das „erbärmliche
Reich des Führers" (4) hatte er nur wohlverdiente Verachtung übrig, auch wenn er sich
einmal positiv über die deutschen „Tugenden des Gehorsams und
des Patriotismus“ (5) äußerte. Ebenso soll nicht verschwiegen werden, dass er stets ein
erklärter Gegner des Antisemitismus war. Er war ganz sicher kein
Faschist, doch seine Weltanschauung und vor allem sein wütender
Antikommunismus brachten ihn mitunter genauso wie die Chesterbelloc
in ausgesprochen unappetitliche politische Gesellschaft.
Am deutlichsten zeigt sich das vielleicht im Zusammenhang mit Tolkiens Reaktion auf den Spanischen Bürgerkrieg. Während der heroische Kampf der arbeitenden Massen Spaniens gegen die Faschisten einen begeisterten Widerhall unter Großbritanniens linken Intellektuellen fand und zu deren weiterer Radikalisierung beitrug, stand Tolkien felsenfest auf der Seite General Francos, kämpfte dieser doch mit dem Segen des Papstes gegen die gottlosen "Roten".
Wir dürfen getrost davon
ausgehen, dass Tolkien auch nicht das Geringste über die Revolution
in Spanien wusste, außer dass katholische Priester von den
revolutionären Milizen getötet und Kirchen zerstört worden waren.
Die monarchistischen Requetes-Milizen hingegen zogen mit dem
Schlachtruf "Viva Cristo Rey!" ("Es lebe König Christus!")
in den Kampf gegen die Republik, und ihre Stellungen wurden von
Parolen wie „Quando matas un rojo tienes un ano de purgatorio de
menos!“ (‘Wenn Du einen Roten tötest, musst Du ein Jahr
weniger im Fegefeuer verbringen!’) geziert. (6) Echte Kreuzritter eben ...
Als im Oktober 1944 der
rechtsradikale katholische Dichter Roy Campbell – ein fanatischer Anhänger Francos und Apologet Hitlers, dessen Verse zeitweilig in Oswald Mosleys Zeitung veröffentlicht wurden – bei den Inklings aufkreuzte, war
Tolkien begeistert. In einem Brief an seinen
Sohn Christopher verklärte er ihn zu einer Art "fahrendem Ritter"
– „ganz so wie ‘Trotter’ [der ursprüngliche Name von Strider/Streicher] im Tänzelnden
Pony, genauso!“ – und zeigte sich geschmeichelt, dass dieser
„kraftvolle Dichter und Soldat in Oxford hauptsächlich Lewis
(und mich) hatte sehen wollen." (7) C.S. Lewis attackierte
Campbell und dessen „particular blend of Catholicism and
Fascism“ (8) heftig, wofür Tolkien ihn
seinerseits scharf kritisierte – offenbar saß der Freund der
„roten Propaganda“ auf. Er selbst jedenfalls war tief
beeindruckt von dem „Soldaten, Dichter und bekehrten Christen“.
Zu den "Heldentaten" dieses "Teufelskerls" gehörte es unter
anderem, den avantgardistischen Bildhauer Jacob Epstein und den
linken Schriftsteller Stephen Spender zusammengeschlagen zu haben,
was Tolkien mit Genugtuung vermerkte: Von Campbells Histörchen „am
besten gefallen hat mir eine über den schmierigen Epstein (den
Bildhauer), wie er sich mit dem geschlagen und ihn für eine Woche
ins Krankenhaus gebracht hat.“ Diese Bemerkung wirkt
besonders erschreckend, weil uns Tolkien ansonsten als ein Mensch
begegnet, der jede sinnlose Gewalt verabscheute. Sein blindwütiger
Hass auf die "Roten" und insbesondere auf die linken britischen
Intellektuellen scheint die übelsten Seiten seines Wesens geweckt zu haben. (9)
Es ist vielleicht kein
Zufall, dass wir in demselben Brief auf eine jener Passagen stoßen,
in denen sein Abscheu vor der modernen "Maschinengesellschaft"
apokalyptische Dimensionen annimmt, und er offen vom Untergang der
menschlichen Zivilisation träumt:
Nicht das Nicht-menschliche (z.B. das Wetter) und auch nicht der Mensch (sogar auf einer niedrigen Stufe), sondern das vom Menschen Gemachte ist das letztlich Entmutigende und Unerträgliche. Würde ein ragnarök [das Weltende in der nordgermanischen Mythologie] alle Slums, Gaswerke, die schäbigen Garagen und die langen Vororte mit ihren Bogenlampen niederbrennen, so könnten von mir aus auch alle Kunstwerke mit verbrennen – und ich würde wieder zu den Bäumen zurückkehren.
In einem anderen Brief
ergeht er sich, auf die Terrorakte antifaschistischer
Widerstandsbewegungen anspielend, in einer anarchischen und
unmenschlichen Lust an der Zerstörung:
Der einzige Lichtblick ist, dass unter den verdrossenen Leuten die Gewohnheit wächst, Fabriken und Kraftwerke in die Luft zu sprengen; hoffentlich kann diese heute als ‘patriotisch’ geförderte Gewohnheit sich halten. Aber sie wird nichts nützen, wenn sie nicht universal ist. (10)
Das sind natürlich
vereinzelte extreme Ausbrüche. Tolkien litt Zeit seines Lebens unter
ziemlich heftigen Gemütsschwankungen und wir können davon ausgehen,
dass diese Zeilen in einer seiner
depressiven Phasen geschrieben wurden. Dennoch zeigen sie sehr
deutlich, worauf sein Denken in letzter Konsequenz hinauslief.
An dieser Stelle lässt sich auch der Bogen zurück zum Lord of the Rings schlagen – insbesondere zur Schilderung der "Befreiung des Auenlandes" ("Scouring of the Shire") am Ende des Romans.
Die menschlichen Gehilfen
Sarumans werden als "ruffians" bezeichnet. {Carroux’ Übersetzung "Strolche" klingt etwas altbacken, der Begriff "Rowdy" kommt dem Gemeinten vermutlich näher.} Die "ruffians" sind großmäulige und brutale Burschen, die faul in
der Gegend herumlungern, Schwächere terrorisieren und von der Arbeit
anderer leben. Das Regiment, das Lotho mit ihrer Hilfe
errichtet hat, scheint Tolkiens Vorstellung von Kommunismus zu
entsprechen:
Es gab nichts mehr zu rauchen, außer für seine Menschen; und der Oberst hielt nichts von Bier, außer für seine Menschen, und schloss alle Wirtshäuser; und alles außer den Vorschriften wurde knapper und knapper, es sei denn, man konnte ein bisschen von seinem Eigentum verstecken, wenn die Strolche herumgingen und Lebensmittel ‘zur gerechten Verteilung’ einsammelten: was bedeutete, dass sie es bekamen und wir nicht, abgesehen von dem Abfall, den man sich in den Büttelhäusern holen durfte, wenn man ihn verdauen konnte.
Einer der Hobbits
beschwert sich:
Wir bauen eine Menge Nahrungsmittel an, aber wir wissen nicht so recht, was daraus wird. Es sind alle diese ‘Sammler’ und ‘Verteiler’, nehme ich an, die herumgehen und zählen und abmessen und das Zeug ins Lager bringen. Sie sammeln mehr ein, als sie verteilen, und das meiste von der Ernte sehen wir nicht wieder.
Die "ruffians" sind
degenerierte und entartete Kreaturen, was man bereits an ihrem
Aussehen ablesen kann: „Sie schielten und hatten eine fahle
Gesichtsfarbe.“ In ihrer Mehrheit dürfte es sich bei ihnen um
das Produkt von Sarumans teuflischen Experimenten handeln, der
versucht hat, Menschen und Orks miteinander zu kreuzen. Wer anderes
sind diese "ruffians" als der städtische "Mob", vor dessen "Machtergreifung" es Tolkien graust, und deren monströses Porträt er bereits in Gestalt der Orks gezeichnet hatte?
Und
selbstverständlich sind es diese "ruffians", die im
Auftrag Lothos die Industrialisierung in das ländliche Idyll
getragen haben. Wenn Bauer Hüttinger über die Neue Mühle schimpft,
glaubt man, die Stimme des Oxford-Dons zu hören, der beim Anblick
jeder neugebauten Straße ausrief: „Das wird aus Englands letztem
Boden!“
Nehmt Sandigmanns Mühle zum Beispiel. Pickel [Lotho] hat sie fast sofort als er nach Beutelsend kam, abgerissen. Dann brachte er einen Haufen übelaussehender Menschen her, damit sie eine größere bauten und sie mit Rädern und allen möglichen ausländischen Erfindungen vollstopften. Nur der dumme Timm war froh darüber, und jetzt arbeitet er da und reinigt Räder für die Menschen, wo sein Vater der Müller und sein eigener Herr gewesen war. Pickels Gedanke war, mehr und schneller zu mahlen, das sagte er jedenfalls. Er hat noch andere Mühlen wie diese. Aber man muss Mahlgut haben, ehe man mahlen kann; und für die neue Mühle war nicht mehr da als für die alte.
Es dürfte schwer fallen,
ein dümmeres Argument gegen den technischen Fortschritt zu finden.
Aber letztlich geht es ja gar nicht um Produktivität. Denn ganz
gleich wie Lothos ursprüngliche Motive ausgesehen haben mögen, am
Ende steht Zerstörung um der Zerstörung willen:
Doch seit Scharrer [Saruman] kam, mahlen sie überhaupt kein Korn mehr. Da ist immer ein Gehämmere und aufsteigender Rauch und Gestank, und nicht mal nachts hat man Frieden in Hobbingen. Und sie gießen absichtlich Unrat aus; die ganze untere Wässer haben sie verunreinigt, und die fließt ja in den Brandywein. Wenn sie das Auenland zu einer Wüste machen wollen, dann sind sie auf dem richtigen Weg.
Nach Erscheinen des Lord of the Rings äußerten einige Kritiker die Vermutung, das Regime
Scharrers spiele auf die Verhältnisse in England nach dem 2.
Weltkrieg an, als die mit überwältigender Mehrheit gewählte
Labour-Regierung unter Premierminister Clement Attlee im Rahmen eines
keynesianischen Wirtschaftsprogramms eine Reihe begrenzter
Verstaatlichungen und Sozialreformen durchführte – was für die
Tories einer Einführung des Sozialismus gleichkam. Tolkien lehnte
eine solche Interpretation stets entschieden ab, dennoch kann man gut
verstehen, wie Leser des Romans auf diese Idee kommen konnten.
Der Aufstand der Hobbits
gegen Scharrer und seine Bande ist im Kern eine Revolte von Bauern
und Kleinbürgern gegen die Moderne. Er ist jene herbeigesehnte
Bewegung "verdrossener Menschen", die „Fabriken und
Kraftwerke in die Luft sprengen.“ Zwar soll es Leute geben, die die "Befreiung des Auenlandes" „durchaus
marxistisch als proletarischen Sklavenaufstand“ interpretieren, doch wie ihnen das gelungen ist, kann ich mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen. Natürlich geht es auch
um die Befreiung von einer Diktatur, denn für Tolkien sind
technischer Fortschritt und Despotie gar nicht voneinander
zu trennen. Doch der antimoderne Zug ist einfach zu offensichtlich,
um übersehen werden zu können. Suchte man nach einer Parallele zum
Aufstand der Hobbits in der realen Geschichte, so käme einem
zuallererst Andreas Hofers Tiroler Rebellion gegen Napoleon und seine
bayerischen Alliierten in den Sinn, zu deren Auslösern u.a. der von
Kapuzinerpater Haspinger gepredigte Widerstand gegen die von Bayern
und Franzosen eingeführte Pockenimpfung gehörte ...
Gerade da, wo Tolkien rebellisch zu werden scheint, ist seine
Erzählung am fragwürdigsten.
Zum Abschluss sollte ich wohl noch einmal betonen, dass ich den Geist von Tolkiens literarischem Werk für äußerst ambivalent und widersprüchlich halte. Er erschöpft sich nicht in dem von mir hier beschriebenen reaktionären Element. Der Lord of the Rings enthält meiner Ansicht nach viel bewundernswertes und tief menschliches. Dennoch halte ich eine ernsthafte und kritische Auseinandersetzung mit den problematischen Seiten der tolkienschen Fantasy für geboten – gerade von Seiten derer, die die Schöpfung des "Professors" schätzen und lieben.
(1) Michael Moorcock: Wizardry and Wild
Romance. S. 127.
(2) Zit. nach: Reinhard Kühnl: Formen
bürgerlicher Herrschaft. Liberalismus – Faschismus. S. 92.
(3) Nach ihrer Machtergreifung zeigten die faschistischen Parteien selbstverständlich keinerlei Neigung dazu, ihr Programm der "kleinbürgerlichen Revolution" tatsächlich umzusetzen. Um Leo Trotzkis Essay Porträt des Nationalsozialismus zu zitieren: "Der deutsche wie der italienische Faschismus stiegen zur Macht über
den Rücken des Kleinbürgertums, das sie zu einem Rammbock gegen die
Arbeiterklasse und die Einrichtungen der Demokratie zusammenpressten.
Aber der Faschismus, einmal an der Macht, ist alles andere als eine
Regierung des Kleinbürgertums. Mussolini hat recht, die Mittelklassen
sind nicht fähig zu selbstständiger Politik. In Perioden großer Krisen
sind sie berufen, die Politik einer der beiden Hauptklassen bis zur
Absurdität zu treiben. Dem Faschismus gelang es, sie in den Dienst des
Kapitals zu stellen. [...] Das Programm der kleinbürgerlichen Illusionen wird dabei nicht
abgeschafft, es wird einfach von der Wirklichkeit abgetrennt und in
Ritualhandlungen (Arbeitsdienstpflicht, Eintopfsonntag etc.) aufgelöst."
(4) J.R.R. Tolkien: Über Märchen. In:
Ders.: Die Ungeheuer und ihre Kritiker. S. 190.
(5) Brief an Michael Tolkien [9. Juni 1941]. In:
J.R.R. Tolkien: Briefe. Nr. 46. S. 76.
(6) Vgl.: Mieczyslaw Bortenstein (M.
Casanova): Spain Betrayed. How the Popular Front Opend the Gates
to Franco. Kap. 5. In: Revolutionary History. Vol. 4. No.
1-2.
(7) Brief an Christopher Tolkien [6. Oktober 1944].
In: J.R.R. Tolkien: Briefe. Nr. 83. S. 127ff.
(8) Humphrey Carpenter: The Inklings. C. S.
Lewis, J. R. R. Tolkien, Charles William and their friends. S.
192.
(9) Ironischerweise spielt Tolkien in
demselben Brief auf W. H. Audens Übersiedelung nach Amerika im Jahre
1939 als Beweis für die angebliche Feigheit der Linken an. In
Wirklichkeit war die "Flucht" des Dichters ein äußeres
Anzeichen für dessen zunehmende Demoralisierung und die sich nun
rasch vollziehende Abwendung vom Sozialismus; – der erste Schritt
auf einem Weg, über den er schließlich zu einem gläubigen Christen
und großen Bewunderer des Lord of the Rings werden sollte! Der "heldenhafte" Campbell seinerseits verkroch sich nach dem Krieg
in Salazars Portugal und schrieb für das von Diana Mosley, der Witwe
des britischen Faschistenführers, herausgegebene Magazin The
European.
(10) Brief an Christopher Tolkien [29. November
1943]. In: J.R.R. Tolkien: Briefe. Nr. 52. S. 88.
Sonntag, 1. Januar 2017
Die charmante Arroganz des Randolph Carter (I)
Wenn ich an den amerikanischen Horrorfilm der 80er Jahre denke, kommen mir dabei spontan drei Sachen in den Sinn.
- Die explosionsartige Entwicklung des Slasher-Formats zu Beginn der Dekade, die in erster Linie dem Erfolg von Friday the 13th (1980) und den bei Flicks dieser Sorte extrem niedrigen Produktionskosten geschuldet war.
- Eine über die Grenzen des Slashers hinausgehende Tendenz zur "Teenage-isierung" des Genres. {Okay, die Helden/Opfer sind vielleicht nicht immer Teens, aber oft Jugendliche / Hernwachsende. Nennen wir das Phänomen einfach "Highschool + Horror."}
- Das vermehrte Auftauchen von Werken, die zwar keine bloßen Parodien darstellen, sich aber durch viel Selbstironie und einen Hang zum Grotesken & Absurden auszeichnen, wie Don Coscarellis Phantasm (1979), Stuart Gordons Re-Animator (1985), Dan O'Bannons The Return of the Living Dead (1985) oder Sam Raimis Evil Dead 2 (1987).
Selbstverständlich ist die Entwicklung, die das Genre in diesem Jahrzehnt durchmachte, damit keineswegs erschöpfend charakterisiert. Aber ich denke, es sind diese typischen Eighties-Motive, die den Hintergrund abgeben, vor dem man Jean-Paul Ouellettes "Adaption" von H.P. Lovecrafts The Unnamable aus dem Jahre 1988 betrachten sollte. Dass dabei etwas herausgekommen ist, was nur wenig Ähnlichkeit mit der Kurzgeschichte des alten Gentleman aufweist, versteht sich beinah von selbst.*
Lovecrafts 1923 entstandene Story, die in ihrer erstveröffentlichten Form in Weird Tales (Juli 1925) gerade einmal fünf Seiten umfasste, lässt sich als eine Antwort des Autors an seine Kritiker interpretieren – sowohl an jene, die die phantastische Literatur allgemein ablehnten, als auch an jene, die seine spezifische Spielart der Phantastik und seinen Schreibstil für "kindisch" und abstrus hielten.
Lovecrafts 1923 entstandene Story, die in ihrer erstveröffentlichten Form in Weird Tales (Juli 1925) gerade einmal fünf Seiten umfasste, lässt sich als eine Antwort des Autors an seine Kritiker interpretieren – sowohl an jene, die die phantastische Literatur allgemein ablehnten, als auch an jene, die seine spezifische Spielart der Phantastik und seinen Schreibstil für "kindisch" und abstrus hielten.
Von diesem Subtext hat sich in Ouellettes Flick selbstverständlich nichts erhalten. Um so erstaunlicher ist es, dass sich die Eröffnungsszene des Films in gewisser Hinsicht ziemlich eng an die Ausgangssituation der kurzen Erzählung hält.
Viele Interpreten der Story {und ich glaube auch Alan Moore in Providence} identifizieren die alter ego - Gestalt des Schriftstellers Carter mit dem sehr viel bekannteren Lovecraft-Protagonisten Randolph Carter aus The Statement of Randolph Carter, The Dream-Quest of Unknown Kadath und The Silver Key. Dasselbe ist hier geschehen. Dabei hat sich der gute Carter (Mark Kinsey Stephenson) außerdem in einen Folkloristik-Studenten der Miskatonic University von Arkham verwandelt, der allerdings immer noch nebenbei ein paar Horrorstories schreibt {und veröffentlicht bekommt!}. Sein Diskussionspartner ist nicht länger ein religiös geprägter Hochschullehrer, sondern der Physikstudent Joel (Mark Parra), und die beiden streiten sich weniger über den Wert phantastischer Literatur, als vielmehr über den möglichen Wahrheitsgehalt von Mythen und Legenden. Auch hat sich ihnen als Dritter im Bunde ihr gemeinsamer Kumpel Howard (Charles Klausmeyer) hinzugesellt. Und doch gleicht nicht nur die Örtlichkeit – ein alter Friedhof vor einem "Spukhaus" – derjenigen in der Kurzgeschichte, auch der Dialog enthält eine ganze Reihe direkter Zitate aus Lovecrafts Text. Außerdem nutzt Ouellette die Zeile "a singularly noiseless bat brushed by me, and I believe it touched
Manton also, for although I could not see him I felt him raise his arm" für den äußerst putzigen Auftritt einer Plastikfledermaus aus. Sehr hübsch!
Anders als bei Lovecraft endet die Szene natürlich nicht mit dem Auftritt des "Unnennbaren". {Sonst wäre der Film ja schon nach zehn Minuten zuende.} Vielmehr beschließt Joel, eine Nacht in dem vermeintlichen "Spukhaus" zu verbringen, um damit Carters "Geschwätz" über das Übernatürliche zu widerlegen. Was dieser eher amüsiert aufnimmt, auch wenn er es für eine dumme Idee hält.
Während Joel seinem frühen und blutigen Ausscheiden aus der Handlung entgegenmarschiert, kehren Carter und Howard auf den Campus der Miskatonic University zurück, wo sich der Film schon bald in einen typischen Eighties-Horrorflick verwandelt.
Als Joel am nächsten Morgen nicht an die Uni zurückkehrt, beunruhigt dies Howard sehr viel mehr als Carter, der das Ganze für einen Scherz ihres Kommilitonen hält. Derweil arrangieren zwei Fratboys – Bruce (Eben Ham) & John (Blane Wheatley) – ein nächtliches Stelldichein mit zwei Studentinnen – Tanya (Alexandra Durrell) & Wendy (Laura Albert) – in dem "Spukhaus". Ich denke, wir alle wissen, wie das ausgehen wird, oder?
Eine Gruppe von Personen in einem unheimlichen alten Haus, die der Reihe nach von irgendjemand oder irgendetwas ins Jenseits befördert werden? – Dieses Szenario hat eine verdammt lange Tradition in der Welt des Kinos, die mindestens bis zu den sog. "Old Dark House" - Filmen zurückreicht, welche sich nach dem Erfolg von Paul Lenis The Cat and the Canary (1927) in den 20ern & 30ern großer Beliebtheit erfreuten.
Über die Jahrzehnte durchlief das Format selbstredend die unterschiedlichsten Wandlungen. Dabei gab es von Anfang an sowohl "mundane" als auch mit übernatürlichen Elementen angereicherte Spielarten. In The Unnamable tritt es uns in einer Gestalt entgegen, die wohl vor allem durch die Slasher-Filme populär geworden war. Mit anderen Worten, sie kombiniert das alte Konzept mit den typischen "Highschool + Horror" - Klischees. Dazu gehören auch die durchweg stereotypen Charaktere: Howard ist der "Nerd", Bruce & John die "Jocks" – wobei letztere Kategorie noch einmal in den fiesen "echten" Jock und den eigentlich ganz netten Jungen zerfällt, der im Grunde bloß mitmacht, weil er "dazugehören" will. "Bad Girl" Wendy, die alles und jeden unter dem Blickwinkel des "Statusgewinns" betrachtet. "Nice Girl" Tanya, die in Wirklichkeit in Howard verliebt ist, der anfangs aber bloß Augen für Wendy hat usw. usf. All das, und die damit unvermeidlich einhergehenden hormonellen Shenanigans, sind öde bis unerträglich, zumal Ouellette sie stellenweise auch noch mit einigen der miesesten und peinlichsten Dialogzeilen garniert, die mir in jüngster Zeit untergekommen sind. Der beste Moment ist vielleicht noch, wenn eine {zahme} Sexszene von Joels herabkullerndem Kopf unterbrochen wird, Selbstverständlich war es zu diesem Zeitpunkt längst nichts mehr originelles, auf vergleichbare Weise Sex und Gore ineinander übergehen zu lassen. Dieses Motiv geht {in meist sehr viel drastischerer Ausformung} zumindest bis auf Mario Bavas Proto-Slasher Ecologia del delitto / Bay of Blood (aka Twitch of the Death Nerve) aus dem Jahre 1971 zurück. Doch vor allem die grausig generische Musik, die dem wenig erotischen Vorspiel von Wendy und ihrem Typ unterlegt ist, lässt mich vermuten, dass Ouellettes Absicht an dieser Stelle parodistisch gewesen ist.
Warum The Unnamable sich dennoch als ein ganz unterhaltsamer und sogar recht charmanter kleiner Horrorflick entpuppt, hat zwei Gründe
Da wäre zuerst einmal das Ungeheuer. Folgt man dem Eintrag in The Lurker in the Lobby, so wurde das Monsterdesign von Debra Swihart kreiert, für die der Streifen offenbar den einzigen Ausflug in die Filmindustrie darstellte. IMDB führt sie als Kostümdesignerin auf, während für die "Special Makeup Effects" der nicht ganz unbekannte R. Christopher Biggs (u.a. Critters, Star Trek VI und {hi, hi} Super Mario Bros.) verantwortlich zeichnete. Doch wem auch immer hier genau die Lorbeeren gebühren, die "unnennbare" Kreatur – eine Art monströse weibliche Satyrgestalt mit rudimentären Flügeln – ist ohne Zweifel eine ziemlich eindrucksvolle Erscheinung. Zu einem wirklich erinnerungswürdigen Monstrum wird sie allerdings erst durch Darstellerin Katrin Alexandre, die den Bewegungen der Kreatur eine gruselige, beinah tänzerische Grazie verleiht.
Doch das absolute Highlight des Films ist ganz ohne Frage die Figur des Randolph Carter.
Will man dem {leider mit keinerlei Quellenangaben versehenen} Wikipedia-Artikel Glauben schenken, so musste Jean-Paul Ouellette heftig für die Besetzung der Rolle mit Mark Kinsey Stephenson kämpfen, da seine Geldgeber angeblich der Meinung waren, der Schauspieler sei für eine Hauptrolle nicht "cosmetically suited" gewesen. Doch ganz gleich ob diese Anekdote der Wahrheit entspricht oder nicht, sein Mitwirken allein hebt The Unnamable aus der grauen Masse vergleichbarer für den VHS-Markt produzierter Horrorflicks der Zeit heraus.
Wenn alle übrigen Charaktere eindimensionale Stereotypen sind, so ist sein Randolph Carter ein echtes Unikum. Sarkastisch, extrem selbstsicher, kühl und leidenschaftlich zugleich, dabei etwas weltfremd und emotional distanziert, strahlt er eine Art charmanter Arroganz aus, wie wir sie etwa von einem Sherlock Holmes gewohnt sind. Wenn er gemeinsam mit Howard schließlich im Winthrop-Haus aufkreuzt, ignoriert er ganz einfach das blutige Treiben um ihn herum, überlässt seinem nicht eben zum Helden geborenen Freund alle aktiven Rettungsversuche der Studentinnen & Studenten, und stürzt sich stattdessen begeistert auf die staubigen Folianten aus dem Besitz des alten Hexenmeisters, die er in dessen Studierstube entdeckt hat. Wann bekommt man schon einmal die Gelegenheit, in einer Originalausgabe des Necronomicon herumzuschmökern? Eine solche Chance lässt sich ein Randolph Carter nicht entgehen – Monster hin oder her! Dass er dabei schließlich auch die rettenden Zauberformeln entdeckt, mit deren Hilfe er den Spuk zuguterletzt beenden kann {freilich erst, nachdem die Mehrzahl der Beteiligten das Zeitliche gesegnet hat}, sei nicht verschwiegen, aber seine Nonchalance gegenüber dem Gemetzel und seine alle anderen Erwägungen übertrumpfende Neugier machen ihn doch zu einem sehr eigenen "Helden".
Kein Wunder, dass Ouellette in seinem Sequel The Unnamable II (1993) Randolph Carter zum Protagonisten machen würde, der er im ersten Teil eigentlich nicht ist, auch wenn Mark Kinsey Stephenson in jeder seiner Szenen allen anderen die Show stiehlt. Ob das ausreichen würde, The Statement of Randolph Carter zu einem unterhaltsameren Film zu machen als seinen Vorgänger? Wir werden sehen ...
Während Joel seinem frühen und blutigen Ausscheiden aus der Handlung entgegenmarschiert, kehren Carter und Howard auf den Campus der Miskatonic University zurück, wo sich der Film schon bald in einen typischen Eighties-Horrorflick verwandelt.
Als Joel am nächsten Morgen nicht an die Uni zurückkehrt, beunruhigt dies Howard sehr viel mehr als Carter, der das Ganze für einen Scherz ihres Kommilitonen hält. Derweil arrangieren zwei Fratboys – Bruce (Eben Ham) & John (Blane Wheatley) – ein nächtliches Stelldichein mit zwei Studentinnen – Tanya (Alexandra Durrell) & Wendy (Laura Albert) – in dem "Spukhaus". Ich denke, wir alle wissen, wie das ausgehen wird, oder?
Eine Gruppe von Personen in einem unheimlichen alten Haus, die der Reihe nach von irgendjemand oder irgendetwas ins Jenseits befördert werden? – Dieses Szenario hat eine verdammt lange Tradition in der Welt des Kinos, die mindestens bis zu den sog. "Old Dark House" - Filmen zurückreicht, welche sich nach dem Erfolg von Paul Lenis The Cat and the Canary (1927) in den 20ern & 30ern großer Beliebtheit erfreuten.
Über die Jahrzehnte durchlief das Format selbstredend die unterschiedlichsten Wandlungen. Dabei gab es von Anfang an sowohl "mundane" als auch mit übernatürlichen Elementen angereicherte Spielarten. In The Unnamable tritt es uns in einer Gestalt entgegen, die wohl vor allem durch die Slasher-Filme populär geworden war. Mit anderen Worten, sie kombiniert das alte Konzept mit den typischen "Highschool + Horror" - Klischees. Dazu gehören auch die durchweg stereotypen Charaktere: Howard ist der "Nerd", Bruce & John die "Jocks" – wobei letztere Kategorie noch einmal in den fiesen "echten" Jock und den eigentlich ganz netten Jungen zerfällt, der im Grunde bloß mitmacht, weil er "dazugehören" will. "Bad Girl" Wendy, die alles und jeden unter dem Blickwinkel des "Statusgewinns" betrachtet. "Nice Girl" Tanya, die in Wirklichkeit in Howard verliebt ist, der anfangs aber bloß Augen für Wendy hat usw. usf. All das, und die damit unvermeidlich einhergehenden hormonellen Shenanigans, sind öde bis unerträglich, zumal Ouellette sie stellenweise auch noch mit einigen der miesesten und peinlichsten Dialogzeilen garniert, die mir in jüngster Zeit untergekommen sind. Der beste Moment ist vielleicht noch, wenn eine {zahme} Sexszene von Joels herabkullerndem Kopf unterbrochen wird, Selbstverständlich war es zu diesem Zeitpunkt längst nichts mehr originelles, auf vergleichbare Weise Sex und Gore ineinander übergehen zu lassen. Dieses Motiv geht {in meist sehr viel drastischerer Ausformung} zumindest bis auf Mario Bavas Proto-Slasher Ecologia del delitto / Bay of Blood (aka Twitch of the Death Nerve) aus dem Jahre 1971 zurück. Doch vor allem die grausig generische Musik, die dem wenig erotischen Vorspiel von Wendy und ihrem Typ unterlegt ist, lässt mich vermuten, dass Ouellettes Absicht an dieser Stelle parodistisch gewesen ist.
Warum The Unnamable sich dennoch als ein ganz unterhaltsamer und sogar recht charmanter kleiner Horrorflick entpuppt, hat zwei Gründe
Da wäre zuerst einmal das Ungeheuer. Folgt man dem Eintrag in The Lurker in the Lobby, so wurde das Monsterdesign von Debra Swihart kreiert, für die der Streifen offenbar den einzigen Ausflug in die Filmindustrie darstellte. IMDB führt sie als Kostümdesignerin auf, während für die "Special Makeup Effects" der nicht ganz unbekannte R. Christopher Biggs (u.a. Critters, Star Trek VI und {hi, hi} Super Mario Bros.) verantwortlich zeichnete. Doch wem auch immer hier genau die Lorbeeren gebühren, die "unnennbare" Kreatur – eine Art monströse weibliche Satyrgestalt mit rudimentären Flügeln – ist ohne Zweifel eine ziemlich eindrucksvolle Erscheinung. Zu einem wirklich erinnerungswürdigen Monstrum wird sie allerdings erst durch Darstellerin Katrin Alexandre, die den Bewegungen der Kreatur eine gruselige, beinah tänzerische Grazie verleiht.
Doch das absolute Highlight des Films ist ganz ohne Frage die Figur des Randolph Carter.
Will man dem {leider mit keinerlei Quellenangaben versehenen} Wikipedia-Artikel Glauben schenken, so musste Jean-Paul Ouellette heftig für die Besetzung der Rolle mit Mark Kinsey Stephenson kämpfen, da seine Geldgeber angeblich der Meinung waren, der Schauspieler sei für eine Hauptrolle nicht "cosmetically suited" gewesen. Doch ganz gleich ob diese Anekdote der Wahrheit entspricht oder nicht, sein Mitwirken allein hebt The Unnamable aus der grauen Masse vergleichbarer für den VHS-Markt produzierter Horrorflicks der Zeit heraus.
Wenn alle übrigen Charaktere eindimensionale Stereotypen sind, so ist sein Randolph Carter ein echtes Unikum. Sarkastisch, extrem selbstsicher, kühl und leidenschaftlich zugleich, dabei etwas weltfremd und emotional distanziert, strahlt er eine Art charmanter Arroganz aus, wie wir sie etwa von einem Sherlock Holmes gewohnt sind. Wenn er gemeinsam mit Howard schließlich im Winthrop-Haus aufkreuzt, ignoriert er ganz einfach das blutige Treiben um ihn herum, überlässt seinem nicht eben zum Helden geborenen Freund alle aktiven Rettungsversuche der Studentinnen & Studenten, und stürzt sich stattdessen begeistert auf die staubigen Folianten aus dem Besitz des alten Hexenmeisters, die er in dessen Studierstube entdeckt hat. Wann bekommt man schon einmal die Gelegenheit, in einer Originalausgabe des Necronomicon herumzuschmökern? Eine solche Chance lässt sich ein Randolph Carter nicht entgehen – Monster hin oder her! Dass er dabei schließlich auch die rettenden Zauberformeln entdeckt, mit deren Hilfe er den Spuk zuguterletzt beenden kann {freilich erst, nachdem die Mehrzahl der Beteiligten das Zeitliche gesegnet hat}, sei nicht verschwiegen, aber seine Nonchalance gegenüber dem Gemetzel und seine alle anderen Erwägungen übertrumpfende Neugier machen ihn doch zu einem sehr eigenen "Helden".
Kein Wunder, dass Ouellette in seinem Sequel The Unnamable II (1993) Randolph Carter zum Protagonisten machen würde, der er im ersten Teil eigentlich nicht ist, auch wenn Mark Kinsey Stephenson in jeder seiner Szenen allen anderen die Show stiehlt. Ob das ausreichen würde, The Statement of Randolph Carter zu einem unterhaltsameren Film zu machen als seinen Vorgänger? Wir werden sehen ...
* Mit Sascha Renningers Kurzfilm Shadow of the Unnamable (2011) existiert auch eine offenbar sehr viel werkgetreuere Adaption, die ich allerdings nicht aus eigener Anschauung kenne.
Samstag, 31. Dezember 2016
Strandgut der Woche
- The Strange and Deadly Show: A Strange and Deadly Christmas
- SFFaudio Podcast: Celephais by H.P. Lovecraft
- Trekabout - Episode 226: Chrysalis / Treachery, Faith, and the Great River
- Exploding Helicopter Podcast: X Men Origins: Wolverine
- Tuning In - Episode 24: United States of Tara, Doin' Time / Torando!
- The Old Nurse's Story by Elizabeth Gaskell vorgetragen von Julia Morgan
- NUTS4R2: Merry Christmas 2016
- NUTS4R2 bespricht Doctor Who - The Return of Doctor Mysterio * The Legend of Tarzan
- Movies Silently: Nursery Favorites (1913) - A Silent Era Talkie Review von Fritzi Kramer
- Movies Silently: The Worst of 2016: Terrible movies, bizarre comments and general things I will be glad to leave behind
- Movies Silently: Silent Movie Style: The Hats! The Hats!
- Movies Silently: Test Your Silent Movie Knowledge! What we learned in 2016
- Hypnotic Crescendos: Trussardi Action X Dario Argento von Rachael Nisbet
- Hypnotic Crescendos: Opera (1987) Koch Mediabook & Screengrabs * Giallo a Venezia (X Rated Kult Release) Screengrabs
- Moviedrone: A Tribute To Carrie von Charlie Brigden
- Fantasia 2016, Day 21: Aiming Low to Hit a Silver Heaven (Judge Archer, If There’s A Hell Below, and On the Silver Globe) von Matthew David Surridge
- Fantasia 2016: An Attempt At A Conclusion
- Cinephilia & Beyond: Peeping Tom: The Road from Disgust to Recognition for Michael Powell’s Brilliant Take on Filmmaking
- Holy Rewatch Batman! Extra: “Batgirl” and “Wonder Woman” Promo Shorts von Keith DeCandido
- Anne Billson's Blog: Cats on Film
- Diabolique Magazine: A Slipper for a Crossbow: Female Rebellion and Magic in Czechoslovakian Fairy Tale Three Wishes for Cinderella von Kat Ellinger
- Diabolique Magazine: Hawks and Sparrows: A Love Letter to Pier Paolo Pasolini and Ninetto Davoli von Samm Deighan
- Best films of 2016 von David Walsh & Joanne Laurier
- Bibliotheka Phantastika: Zum 35. Geburtstag von C.S.E. Cooney
- Moyas Buchgewimmel: Rezensiert: Bingo Barge Murder
- Translate or Die: Serienempfehlungen abseits der üblichen Verdächtigen
- Metaphernpark: Fieberträume und Fabelwesen – Phantastik aus der Edition TES (Besprechungen) * Die Sprache des Wassers von Sarah Crossan (Besprechung)* Weihnachtskarpfen und Wintermärchen (Besprechungen)
- Weird Fiction Review: 101 Weird Writers #45 - Stefan Grabiński
- Nightmare Magazine: Artist Showcase: James T. Robb
- Exile as an Intellectual Way of Life: The collaboration of Lion Feuchtwanger and Bertolt Brecht von Sybille Fuchs
Sonntag, 25. Dezember 2016
Julzeit-Vergnügen
When I returned to the drawing-room I found the company seated round the fire listening to the parson, who was deeply ensconced in a high-backed oaken chair, the work of some cunning artificer of yore, which had been brought from the library for his particular accommodation. From this venerable piece of furniture, with which his shadowy figure and dark weazen face so admirably accorded, he was dealing out strange accounts of the popular superstitions and legends of the surrounding country, with which he had become acquainted in the course of his antiquarian researches. I am half inclined to think that the old gentleman was himself somewhat tinctured with superstition, as men are very apt to be who live a recluse and studious life in a sequestered part of the country and pore over black-letter tracts, so often filled with the marvelous and supernatural.
Washington Irving, The Sketch Book (The Christmas Dinner)
Wie berichtet, war ich nicht unbedingt in Festtagslaune, als Heilig Abend herannahte. Das hat sich inzwischen erfreulicherweise etwas geändert. Grund hierfür war vor allem ein Weihnachtsgeschenk besonderer Art, als eine sehr liebe Freundin, von der ich seit längerer Zeit nichts mehr gehört hatte, sich plötzlich bei mir zurückmeldete.
Wie dem auch sei, auf jedenfall befand ich mich heute in der richtigen Stimmung, um das Fest auf eine Weise zu feiern, die mir besonders sympathisch ist.
Alle, die meinem Blog schon etwas länger folgen, wissen vermutlich, dass ich ein großer Freund der alten englischen Tradition bin, sich zur Julzeit mit dem Erzählen von Gespenstergeschichten zu unterhalten. Da kam mir ein anderes, etwas materielleres -- aber gleichfalls phantastisches -- Weihnachtsgeschenk sehr entgegen, das ich am Abend zuvor erhalten hatte: Die von Leah Moore und John Reppion kreierte Comicadaption der ersten vier Ghost Stories of an Antiquary des unsterblichen M.R. James.
Ich muss gestehen, dass der Comic eine Kunstform ist, zu der ich lange Zeit keinen rechten Zugang habe finden können. Warum, weiß ich selbst nicht so genau. Auf jedenfall ist meine Vertrautheit mit ihr auch heute noch sehr unterentwickelt. Was mich allerdings nicht davon abgehalten hat, das exquisite kleine Bändchen schon beim ersten Hineinschmökern äußerst ansprechend zu finden. Moore und Reppion beweisen ein tiefes Einfühlungsvermögen in Montys Erzählkunst, deren besondere Qualitäten sie sehr geschickt in das neue Medium zu übertragen verstehen. Die Zeichnungen von Aneke, Kit Buss, Fouad Mezher und Alisdair Wood verleihen aufgrund der sehr unterschiedlichen Stile der Künstlerinnen & Künstler jeder der vier Geschichten (Canon Alberic's Scrap-book, Lost Hearts, The Mezzotint und The Ash-tree) einen distinkten Charakter. Selbstredend kann eine erste, oberflächliche Lektüre einem Werk dieser Art nicht gerecht werden. Es verlangt nach eingehenderer und aufmerksamerer Betrachtung. Dennoch kann ich Ghost Stories of an Antiquary Vol. 1 schon jetzt jedem Freund & jeder Freundin des Phantastischen, und vor allem natürlich allen Verehrerinnen & Verehrern von M.R. James und der klassischen englischen Gespenstergeschichte, wärmstens ans Herz legen. {Interviews mit John Reppion & Leah Moore zu dem Buch kann man sich in diesen Episoden von A Podcast to the Curious und The Northern Soul Podcast anhören.}
Da der 24. Dezember nicht nur Heilig Abend, sondern zugleich der Geburtstag des von mir tief verehrten Fritz Leiber ist, dachte ich mir, die Lektüre einer seiner unheimlichen Kurzgeschichten sei gleichfalls keine schlechte Idee für den ersten Weihnachtstag. Ich entschied mich für The Girl with the Hungry Eyes.
Wenn Monty der unbestrittene Großmeister der klassischen Geistergeschichte ist, legt uns Leiber mit dieser beeindruckenden kleinen Story ein frühes Beispiel für einen spezifisch modernen Horror vor.
Doch so schön es auch ist, eine gute Spukgeschichte zu lesen, es ist nicht dasselbe, wie sie erzählt zu bekommen. Für die richtige Julfest-Unterhaltung musste ich mich anderswo umschauen. Glücklicherweise kenne ich genug britische Freunde & Freundinnen des Unheimlichen & Phantastischen, die diese Tradition ihrer Heimat hochhalten und zur Weihnachtszeit entsprechende Beiträge ins Netz stellen.
Da hätten wir z.B. Christopher Browns großartige A Drinker's Story. Was mich an dieser Geschichte besonders angesprochen hat, ist, dass der Akt des Erzählens selbst ein integraler Bestandteil der Erzähluing ist. Sie würde nicht diesselbe Wirkung erzielen, wenn man sie lesen würde.
Der gute Mr. Jim Moon derweil erfreut uns in Do You Hear What I Hear mit einem Bericht darüber, wie die alte Standuhr, die allen Hörern & Hörerinnen seines Podcasts Hypnobobs wohlbekannt sein dürfte, ursprünglich ihren Weg in Darlingtons "Great Library of Dreams" gefunden hat. Dabei wandelt er wieder einmal auf den Spuren des großen Geisterjägers Carnacki.
Und die wundervolle Julia Morgan (Morgan Scorpion) schließlich hat vor einigen Stunden eine von ihr vorgetragene Fassung von Elizabeth Gaskells The Old Nurse's Story hochgeladen. Für weitere nächtliche Julzeit-Vergnügen ist damit gesorgt.
Samstag, 24. Dezember 2016
Strandgut der Woche
- The Last Horror Podcast: Santa Slashers
- The Last Horror Podcast: A Ghost Story for Christmas
- Hypnobobs - From the Great Library of Dreams 27: The Ash-Tree by M.R. James
- Hypnobobs - From the Great Library of Dreams 28: Do You Hear What I Hear
- A Podcast to the Curious - Episode 57: The White and the Black by Erckmann-Chatrian
- Trekabout - Episode 225: Afterimage / Take Me Out To The Holosuite
- Women at Warp - Episode 48: Star Trek for Girls
- Tuning In - Episode 23: United States of Tara, The Truth Hurts / You Becoming You
- SFFaudio Podcast: The Faith Of Our Fathers by Philip K. Dick
- The Black Dog Podcast - Episode 300: Kirk Cameron's Saving Christmas
- Space Dock Jury - Episode 23: Time To Get Schwifty
- Screaming Queenz - Episode 27: Silent Night, Krampus Night!
- Wrong Reel Podcast: Alternative Christmas with The Pink Smoke
- NUTS4R2 bespricht Rogue One
- NUTS4R2's Cryptic Movie Quiz Christmas 2016
- Movies Silently: The Man and the Moment (1929) - A Part-Talkie Review von Fritzi Kramer
- Movies Silently: Légende du roi Gambrinus (1911) - A Silent Era Talkie Review
- Movies Silently: Natural Color is for People with No Imagination: A Small Stencil & Hand-Color Movie Sampler
- Movies Silently: Movie Book Haul: More Celebrity Cookbooks, Film History & Other Geekery
- Cinetropolis: Star Wars And The Mystery of The Moving Death Star Dish
- Cinetropolis: Batman – The Music
- Cinetropolis: Guilty Pleasures: Battlestar Galactica (1978), Mormons From Outer Space
- La La Land and Jackie: More American success stories von Joanne Laurier
- Of Love and Other Demons: Baby Doll Celebrates Its 60th Anniversary von Justine A. Smith
- Diabolique Magazine: A Ken Russell Retrospective: Visual Art in the Monitor Episodes von Samm Deighan
- Films on Wax: Charlie Brigden bespricht Rogue One: A Star Wars Story
- Film on Paper: All that Jazz (Poland)
- Top 10 Bald Performances von James Devereaux
- Celluloid Wicker Man: A Ghost Story For Christmas: The Mountain Grave.von Adam Scovell
- Bibliotheka Phantastika: Zum 65. Geburtstag von Régis Loisel
- DarkLaneCreative: Artists for an Antiquary: M.R. James and his illustrators von Anton Walbrook
- Lovecraft eZine: Happy Holidays! Here's an illustrated PDF of The Festival by H.P. Lovecraft
- Four hundred years since William Shakespeare’s death - And a conversation with James Shapiro of Columbia University - Part 1 * Part 2 von David Walsh
Freitag, 23. Dezember 2016
It's beginning to look a lot like ...
Nein, es ist mir nicht gelungen, meinen Blog in den letzten Wochen etwas weihnachtlicher zu gestalten. Zumindest ein Grund dafür ist jobbedingt. Sagen wir's mal so: Die Versuchung, zu einem Grinch zu werden, wird durch eine Arbeit im Einzelhandel nicht unbedingt abgemildert. Und wenn deine Arbeitgeber dann auch noch den Anschein erwecken, bei Ebenezer Scrooge in die Lehre gegangen zu sein, ist das gleichfalls nicht eben geeignet, festliche Stimmung aufkommen zu lassen.
Nun, wie dem auch sei, da ich sonst nichts adventliches zu stande gebracht habe, wollte ich meine Leserinnen & Leser wenigstens mit diesem Liedchen beglücken. Es stammt von der ersten Weihnachts-CD der großartigen H.P. Lovecraft Historical Society -- A Very Scary Solstice. Ich habe leider keine Ahnung, wer das Video kreiert hat.
Nun, wie dem auch sei, da ich sonst nichts adventliches zu stande gebracht habe, wollte ich meine Leserinnen & Leser wenigstens mit diesem Liedchen beglücken. Es stammt von der ersten Weihnachts-CD der großartigen H.P. Lovecraft Historical Society -- A Very Scary Solstice. Ich habe leider keine Ahnung, wer das Video kreiert hat.
Dienstag, 20. Dezember 2016
Ein verdammt schlechter Scherz
Auch wenn es sicher nicht ganz falsch ist, in der anhaltenden Schwemme von Remakes, Reboots und Sequels ein Symptom der tiefen Krise des amerikanischen Films zu sehen, sollte man nicht bei jedem neuen Remake-Gerücht, das aus Hollywood an die Öffentlichkeit dringt, augenblicklich in den kulturpessimistischen Meckermodus verfallen.
Einmal ganz davon abgesehen, dass erfahrungsgemäß ohnehin nur ein sehr kleiner Prozentsatz dieser Gerüchte jemals zu einer tatsächlichen Filmproduktion heranreifen wird, sollten wir nicht vergessen, dass Remakes seit altersher Teil der Filmindustrie waren. So war es z.B. etwas peinlich, mit ansehen zu müssen, wie Scharen von Filmkritikern und -kritikerinnen den diesjährigen Ben-Hur in die tiefsten Tiefen der Hölle verdammten, mit dem Argument, es handele sich bei ihm um ein Remake des William Wyler / Charlton Heston - Klassikers von 1959. Dass dieser selbst ein Remake gewesen war, scheint den meisten von ihnen nicht bewusst gewesen zu sein. {Wer das epische Original von 1925 nicht kennt, sei auf Fritzi Kramers gleichfalls epischen Blogpost auf Movies Silently verwiesen.} Eine ganze Reihe von Douglas Sirks klassischen Melodramen der 50er Jahre wie Magnificent Obsession (1954), There's Always Tomorrow (1956) und Imitation of Life (1959) sind Remakes. Hey, Joseph Losey hat 1951 sogar ein Remake von Fritz Langs M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) gedreht!
Und doch tauchen immer mal wieder Remake - Pläne auf, bei denen einem zurecht die Ohren schlackern. Eine neue, "ernsthafte" Version von Ed Woods Plan 9 From Outer Space? Eine Suspiria - TV-Serie? Das klingt schon recht bizarr.
Aber auch solcherart Präzedenzfälle hatten mich nicht auf die Meldung vorbereiten können, die mir vor ein paar Tagen unter die Augen gekommen ist: Sam Esmail, der Schöpfer von Mr. Robot, soll im Auftrag von Universal Cabel Productions ein Remake von Metropolis in Form einer TV-Miniserie drehen!
Bitte was!?! Das kann doch eigentlich bloß´ein schlechter Scherz sein!
Wohlgemerkt bin ich selbst überhaupt kein glühender Verehrer von Fritz Langs Original aus dem Jahre 1927. Aber das macht die Sache auf seine Art nur noch schlimmer.
In cinematographischer Hinsicht ist Metropolis ganz ohne Frage ein unsterbliches Meisterwerk. Der Film sieht einfach atemberaubend aus. Doch es wäre nicht nur verdammt arrogant von Esmail, wollte er versuchen, den großen Fritz Lang in diesem Bereich nachzuahmen {oder zu "übertreffen"}, der expressionistische Stil des Originals wäre wohl auch kaum für eine TV-Serie unserer Tage geeignet. Bleibt letztlich also nur Thea von Harbous Story. Und ich sage es ganz unumwunden: Diese Story ist absoluter Bullshit! Die ganze kindische Parabel vom "Herz", das der "Mittler zwischen Hirn und Händen" sein muss, wobei Freder Fredersen am Ende in die Rolle eines Christus des Kapitalismus schlüpft, ist in meinen Augen nicht nur fürchterlich peinlich, sondern auch stockreaktionär. Das Märchen von der Versöhnung der Klassen, die der selbstlose Fabrikantensohn herbeiführt, war vor dem Hintergrund der heftigen Klassenkämpfe der 20er Jahre absurd und wäre es ebenso vor dem Hintergrund der sich immer weiter verschärfenden sozialen Konflikte unserer Zeit.
Ich bin mir natürlich im Klaren darüber, dass die Story der TV-Serie mit ziemlicher Sicherheit sehr stark von ihrem Vorbild abweichen wird. Dennoch frage ich mich, was anderes Sam Esmail dazu verleitet haben könnte, ein solch absurdes Projekt überhaupt erst zu entwickeln. Irgendetwas muss ihn an der Geschichte angesprochen haben. Andernfalls ließe sich das Ganze bloß als der irr-arrogante Versuch interpretieren, sich mit Fritz Lang messen zu wollen. Und wie erbärmlich wäre das erst.
Der Plan eines Remakes von Metropolis ist deshalb nicht bloß eine schallende Ohrfeige für alle Freunde & Freundinnen des klassischen Films, sondern zugleich ein Beleg für die intellektuelle Armut Esmails. Wie schon Mr. Robot gezeigt hat, fühlt sich der Drehbuchschreiber & Regisseur offenbar dazu getrieben, sich mit der ständig wachsenden sozialen Polarisation in der US (und der Welt -) Gesellschaft auseinanderzusetzen. Doch scheint er nicht über den dafür nötigen historischen, politischen und sozialen Tiefblick zu verfügen.
Einmal ganz davon abgesehen, dass erfahrungsgemäß ohnehin nur ein sehr kleiner Prozentsatz dieser Gerüchte jemals zu einer tatsächlichen Filmproduktion heranreifen wird, sollten wir nicht vergessen, dass Remakes seit altersher Teil der Filmindustrie waren. So war es z.B. etwas peinlich, mit ansehen zu müssen, wie Scharen von Filmkritikern und -kritikerinnen den diesjährigen Ben-Hur in die tiefsten Tiefen der Hölle verdammten, mit dem Argument, es handele sich bei ihm um ein Remake des William Wyler / Charlton Heston - Klassikers von 1959. Dass dieser selbst ein Remake gewesen war, scheint den meisten von ihnen nicht bewusst gewesen zu sein. {Wer das epische Original von 1925 nicht kennt, sei auf Fritzi Kramers gleichfalls epischen Blogpost auf Movies Silently verwiesen.} Eine ganze Reihe von Douglas Sirks klassischen Melodramen der 50er Jahre wie Magnificent Obsession (1954), There's Always Tomorrow (1956) und Imitation of Life (1959) sind Remakes. Hey, Joseph Losey hat 1951 sogar ein Remake von Fritz Langs M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) gedreht!
Und doch tauchen immer mal wieder Remake - Pläne auf, bei denen einem zurecht die Ohren schlackern. Eine neue, "ernsthafte" Version von Ed Woods Plan 9 From Outer Space? Eine Suspiria - TV-Serie? Das klingt schon recht bizarr.
Aber auch solcherart Präzedenzfälle hatten mich nicht auf die Meldung vorbereiten können, die mir vor ein paar Tagen unter die Augen gekommen ist: Sam Esmail, der Schöpfer von Mr. Robot, soll im Auftrag von Universal Cabel Productions ein Remake von Metropolis in Form einer TV-Miniserie drehen!
Bitte was!?! Das kann doch eigentlich bloß´ein schlechter Scherz sein!
Wohlgemerkt bin ich selbst überhaupt kein glühender Verehrer von Fritz Langs Original aus dem Jahre 1927. Aber das macht die Sache auf seine Art nur noch schlimmer.
In cinematographischer Hinsicht ist Metropolis ganz ohne Frage ein unsterbliches Meisterwerk. Der Film sieht einfach atemberaubend aus. Doch es wäre nicht nur verdammt arrogant von Esmail, wollte er versuchen, den großen Fritz Lang in diesem Bereich nachzuahmen {oder zu "übertreffen"}, der expressionistische Stil des Originals wäre wohl auch kaum für eine TV-Serie unserer Tage geeignet. Bleibt letztlich also nur Thea von Harbous Story. Und ich sage es ganz unumwunden: Diese Story ist absoluter Bullshit! Die ganze kindische Parabel vom "Herz", das der "Mittler zwischen Hirn und Händen" sein muss, wobei Freder Fredersen am Ende in die Rolle eines Christus des Kapitalismus schlüpft, ist in meinen Augen nicht nur fürchterlich peinlich, sondern auch stockreaktionär. Das Märchen von der Versöhnung der Klassen, die der selbstlose Fabrikantensohn herbeiführt, war vor dem Hintergrund der heftigen Klassenkämpfe der 20er Jahre absurd und wäre es ebenso vor dem Hintergrund der sich immer weiter verschärfenden sozialen Konflikte unserer Zeit.
Ich bin mir natürlich im Klaren darüber, dass die Story der TV-Serie mit ziemlicher Sicherheit sehr stark von ihrem Vorbild abweichen wird. Dennoch frage ich mich, was anderes Sam Esmail dazu verleitet haben könnte, ein solch absurdes Projekt überhaupt erst zu entwickeln. Irgendetwas muss ihn an der Geschichte angesprochen haben. Andernfalls ließe sich das Ganze bloß als der irr-arrogante Versuch interpretieren, sich mit Fritz Lang messen zu wollen. Und wie erbärmlich wäre das erst.
Der Plan eines Remakes von Metropolis ist deshalb nicht bloß eine schallende Ohrfeige für alle Freunde & Freundinnen des klassischen Films, sondern zugleich ein Beleg für die intellektuelle Armut Esmails. Wie schon Mr. Robot gezeigt hat, fühlt sich der Drehbuchschreiber & Regisseur offenbar dazu getrieben, sich mit der ständig wachsenden sozialen Polarisation in der US (und der Welt -) Gesellschaft auseinanderzusetzen. Doch scheint er nicht über den dafür nötigen historischen, politischen und sozialen Tiefblick zu verfügen.
Labels:
filmisches,
meckeropa,
phantastisches fernsehen,
sci-fi
Samstag, 17. Dezember 2016
Strandgut der Woche
- Sounds of Sputnik (Roma Kalitkin) ♫
- SFFaudio Podcast: The Goblin Reservation by Clifford D. Simak
- Screaming Queenz - Episode 26: Black Christmas!
- Trekabout - Episode 224: Image in the Sand / Shadows and Symbols
- Tuning In - Episode 22: United States of Tara, Yes / Trouble Junction
- Wrong Reel Podcast: Talking Festivals and Horror with Dean Bertram
- The Black Dog Podcast - Episode 299: Santa Claus Conquers The Martians
- Space Dock Jury - Minisode 22: Boom Today Boom Tomorrow BOOM!
- The Twilight Zone Podcast: The TZ Tapes: Rod Serling at UCLA (1966) – Part Two
- Hypnobobs - Hypnogoria 46: The Power of Christmas Unleashed
- Hypnobobs - From the Great Library of Dreams 26: Bone to his Bone by EG Swain
- Geek's Guide to the Galaxy: The Legacy of Octavia E. Butler
- NUTS4R2 bespricht Everly * Horror for Christmas * Scrooged
- NUTS4R2's Greatest Christmas Music
- Movies Silently: The Artist (2011) - A Silent Film Review von Fritzi Kramer
- Movies Silently: After the Silents: Lonely Wives (1931)
- Movies Silently: The Best of 2016: Favorite Silent Films, Reviews, Performances and More!
- Movies Silently: Cooking with the (Silent) Stars: Harold Lloyd’s Eggs Dolores
- Movies Silently: To drink or not to drink, that is the question
- Wrong Reel: Abandoned by the Sheep von Mikhail Karadimov
- Once Upon A Screen: For Kirk Douglas’ 100th: Ace in the Hole (1951) von Aurora
- Top 10 Criminal Cinema Couples von James Devereaux
- Diabolique Magazine: Italian Zombie Cinema, part one: Spaghetti, Entrails and Brains von Marek Zacharkiw
- Aquarius: Personal resistance and isolation in Brazil von Miguel Andrade
- Miss Sloane and All We Had: Aiming at American life von Joanne Laurier
- Cinephilia & Beyond: Michael Seresin: Cinematographers Are Often More Important Than Directors, But There’s No Need for the Public to Know
- Cinephilia & Beyond: The Big Sleep: Seventy Years Since Howard Hawks’ Electrifying Film Noir Masterpiece
- Cinetropolis: A Look Inside: The Godfather Behind The Scenes
- Moyas Buchgewimmel: Rezensiert: Drei Wünsche
- FragmentAnsichten: Früher war alles anders 6: „Das Licht hinter den Wolken“
- Metaphernpark: Die Verteidigung des Paradieses von Thomas von Steinaecker (Besprechung)
- Lake Hermanstadt: Vox Day ist ein Nazi
- Nightmare Magazine: The H Word: Audio Horror, the Menacing Stroll von Alex Hofelich
- For the Love of Monster Comics von John O'Neill
- Public Domain Review: The Many Lives of the Medieval Wound Man von Jack Hartnell
- Open Culture: Turkish Musician Shows How to Play the Yaybahar, His Mesmerizing, Newly-Invented Instrument
Samstag, 10. Dezember 2016
Ein altes Adventsprogramm
Der gute Frank Böhmert hat kürzlich auf seinem Blog einen sehr schönen Beitrag über die Freuden des "Weihnachtsrummels" veröffentlicht. Nun befinde ich mich selbst zwar noch nicht ganz in (vor)weihnachtlicher Stimmung, aber sein Post hat in mir den Wunsch geweckt, es auch hier etwas adventlicher zu gestalten. Ob mir dies gelingen wird, wird sich zeigen, sind die Wochen vor dem Fest in meinem Brotjob doch traditionell besonders stressig. Fürs Erste muss ich mich damit begnügen, meine Leserinnen & Leser auf mein altes Adventsprogramm aus dem Jahr 2013 zu verweisen.
1. Advent: "The Box of Delights"
2. Advent: "Sir Gawain and the Green Knight"
3. Advent: "A Christmas Carol"
4. Advent: "The Blue Carbuncle"
Strandgut der Woche
- The Last Horror Podcast: Folk Horror – an interview with writer and film-maker Adam Scovell
- Hypnobobs - Hypnogoria 44: The Box of Delights - A Christmas Commentary Part I & Part II
- The Black Dog Podcast - Episode 298: Mac And Me
- Trekabout - Episode 223: The Sound of Her Voice / Tears of the Prophets
- The Northern Soul Podcast: Christmas horror stories
- Tuning In - Episode 21: United States of Tara, Snow / Miracle
- Space Dock Jury - Episode 22: Klytus' Mystery Closet
- Women at Warp - Episode 47: The Baddest Women in the Universe Part I
- The Pensky File - Star Trek - The Next Generation: Lower Decks (Guests: Eric & Richard [Trekabout])
- Lovecraft eZine Videocast: In which we are thankful we still have our souls
- The Monkey's Paw by W W Jacobs vorgetragen von Julia Morgan
- NUTS4R2 bespricht Deadly Weapons * Modesty Blaise * Blood and Black Lace (6 Donne Per L'Assassino)
- Movies Silently: Cyrano de Bergerac (1900) - A Silent Era Talkie Review von Fritzi Kramer
- Movies Silently: Silent Star of the Month for December 1916 (Cleo Ridgely)
- Movies Silently: Secret Silents: Seven amazing silent films released as home video extras
- Movies Silently: Cooking with the (Silent) Stars: Clara Bow’s Vanilla Marlow
- Movies Silently: Scram, Scat, Shoo: The Best Silent Movie GIFs for Telling People to Shove Off
- Once Upon A Screen: Self-Plagiarism is Style: Hitchcock, Grant and North by Northwest (1959) von Aurora
- Films on Wax: No Holst Barred: 25 Years of Star Trek VI von Charlie Brigden
- Films on Wax: The Interview: Sascha Dikiciyan
- Cinetropolis: Edge Of Darkness: Tree Detective
- Diabolique Magazine: New York Ripper, I Love You von Samm Deighan
- Celluloid Wicker Man: Folk Horror: Hours Dreadful and Things Strange (January, 2016)
- Cinephilia & Beyond: Sidney Lumet and Paddy Chayevsky’s Network: The Grim Prophecy that Was Once Just Brilliant Satire
- Cinephilia & Beyond: Leigh Brackett: A Terrific Writer Ahead of Her Time just as She Was Ahead of Her Colleagues
- Manchester by the Sea: The suffering of an ordinary man von Joanne Laurier
- Moyas Buchgewimmel: Filmspiriert: Krampus
- Film on Paper: The Texas Chainsaw Massacre 2 (Japan) * Bergman Festival / 2008 / Czechoslovakia * Amityville 3-D (USA) * First Blood (Thailand)
- Nuremberg: Its Lesson for Today - the 1948 documentary restored von Clara Weiss
- Lake Hermanstadt: Taproot Texts: Der Eneasroman
- Novelist Lionel Shriver’s The Mandibles: A Family, 2029–2047 imagines an American meltdown von James Brookfield
- Strange Horizons: Artist Interview: Mahendra Singh
- Faith in Humanity von Jonas Kyratzes
Abonnieren
Posts (Atom)