"Außerdem studierte er abstruse Bücher, die aus chaldäischen Bibliotheken
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."

Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten


Donnerstag, 12. Februar 2015

Ein film-phantastisches Potpourri

Es fällt mir in letzter Zeit eher schwer, ausführlichere Beiträge für meinen Blog zu schreiben. Darum dachte ich mir, ich könnte meinen virtuellen Besuchern & Besucherinnen wenigstens eine Handvoll phantastischer Kurzfilme vorstellen, die ich im Verlauf der letzten Wochen kennengelernt habe.

Silent Snow, Secret Snow (1966)
Seit einiger Zeit höre ich mir in unregelmäßigen Abständen Episoden des alten Night Gallery Podcast von Christopher Brown an, der eine neue Heimstatt bei Gentlemen's Grindhouse gefunden hat. {Ich habe den guten Chris vor bald zwei Jahren durch seinen exzellenten Video Nasties Podcast kennengelernt und bin schon sehr gespannt darauf, was er uns mit seinem hoffentlich bald startenden A History of Horror Podcast wieder an interessantem und grausigem auftischen wird.} Auf diesem Weg lernte ich eine unter der Regie von Gene Kearney 1966 gedrehte Adaption von Conrad Aikens berühmter Kurzgeschichte Silent Snow, Secret Snow kennen. Kearney sollte fünf Jahre später eine zweite Verfilmung derselben Geschichte für Rod Serlings Night Gallery anfertigen, doch auch diese erste, heute weitgehend in Vergessenheit geratene Version besitzt ihren Reiz. Einige der Schauspielerinnen & Schauspieler agieren zwar arg hölzern, dennoch gelingt es Kearney eine äußerst intensive Atmosphäre heraufzubeschwören.




Ghost (2011)
Über den Blog der Schriftstellerin Helen Grant schloss ich im letzten Dezember Bekanntschaft mit dem von Tobias Gundorff Boesen kreierten Kurzfilm Ghost. Die Trauer um den Verlust eines Kindes zum zentralen Motiv eines unheimlichen Filmes zu machen, ist sicher nicht ganz neu. Das wohl berühmteste Beispiel dürfte Nicolas Roegs Klassiker Don't Look Now / Wenn die Gondeln Trauer tragen aus dem Jahre 1973 sein. Doch natürlich ist das Thema stark und berührend genug, um immer wieder behandelt werden zu können. Gundorff Boesen hat daraus einen zutiefst traurigen, verstörenden und zugleich traumhaft-surrealen kleinen Film gemacht.

 


Pictured (2014)
David F. Sandberg dürfte am ehesten aufgrund seines mehrfach ausgezeichneten Kurzfilms Lights Out bekannt sein. Doch auch wenn dieser ohne Zweifel sehenswert ist, habe ich mich für sein ein Jahr später entstandenes Werk Pictured entschieden. Ich habe einfach eine besondere Vorliebe für unheimliche Gemälde oder Fotographien.





The Door in the Wall
Stephen Gray war mir schon seit längerem aufgrund seiner beeindruckenden M.R. James - Verfilmungen Rats (2010), The Wailing Well (2010) und The Haunted Doll's House (2012) bekannt, doch bin ich erst vor kurzem über seine und David Lilleys Website Loonatik and Drinks gestolpert, auf der ich u.a. folgenden kurzen Film kennenlernen durfte, der interessanterweise eine gewisse motivische Paralelle zu Pictured aufweist und dennoch so völlig anders ist. Im Ton ähnelt er eher einem düsteren Märchen.




LOT254 (2012)
Mit Toby Meakins LOT254, den ich gleichfalls durch Helen Grant kennengelernt habe, kehren wir in die Gefilde des klassischen Horrors zurück.




The Coastal Path
Adam Scovell veröffentlicht nicht nur anregende und interessante Artikel über Folk Horror und andere Themen auf seiner Website Celluloid Wicker Man, er dreht auch selbst Filme. The Coastal Path weist motivische Ähnlichkeiten mit LOT254 auf, erinnert in atmosphärischer Hinsicht aber eher an M.R. James.




The Book of Sand
Da wir diesen Reigen mit einer Literaturverfilmung eröffnet haben, wollen wir ihn auch mit einer beschließen: Adam Scovells Adaption von Jorge Luis Borges' Kurzgeschichte El libro de arena / The Book of Sand:



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