"Außerdem studierte er abstruse Bücher, die aus chaldäischen Bibliotheken
gestohlen worden waren, wenn Fafhrd auch aus langer Erfahrung wusste,
dass der Mausling selten über das Vorwort hinauskaum (obwohl er oft die
letzten Kapitel aufrollte und neugierig hineinschaute und beißende Kritik
äußerte)."

Fritz Leiber, Das Spiel des Adepten


Donnerstag, 15. August 2013

Gaunt & Bone

Wie wohl nicht schwer zu erraten, bin ich ein großer Fan von Fritz Leibers Geschichten um Fafhrd und den Grey Mouser. Entsprechend groß war meine Freude, als ich kürzlich dank eines veralteten Links {ich wollte mir eigentlich die aktuelle Ausgabe von Beneath Ceaseless Skies anschauen} auf Chris Willrichs Sword & Sorcery gestoßen bin. Nicht dass die Stories um das Diebespaar Imago Bone (♂) und Persimmon Gaunt (♀) Leiber-Pastiches wären, aber in ihrer Mischung aus farbenfroher Abenteuerlichkeit, ironischem Humor und dem einen oder anderen Anhauch echten Grauens erweisen sie sich doch als liebenswerte Verwandte des alten Klassikers. Wie der Autor selbst es beschrieben hat:
Several years ago my wife gave me good writing advice – stop trying so hard to outguess editors and write something you’d enjoy reading, whether or not you think it can sell. Surprisingly that turned out to be sword and sorcery. At the time I’d been noticing a thread of influence leading from Lord Dunsany through H.P. Lovecraft and on to Fritz Leiber, and I wanted to write adventure stories that captured that particular vibe.
Normalerweise würde ich mich scheuen, Blurbs zu zitieren, aber was Saladin Ahmed zu Willrichs in diesem September erscheinenden Gaunt & Bone - Roman The Scroll of Years geschrieben hat, ist einfach zu schön: "Reading Chris Willrich feels a bit like playing Dungeons and Dragons® with a drunken Will Shakespeare."
Online lesen kann man leider nur zwei Gaunt & Bone - Geschichten:

          The Mermaid and the Mortal Thing im Lightspeed Magazine

und

   The Sword of Loving Kindness Pt. 1 & 2 auf Beneath Ceaseless Skies

Auf letzterer Website findet man außerdem die im selben Universum angesiedelte Kurzgeschichte How the Wicker Knight Would Not Move.

Kommentare:

  1. Hey, die Story in BCS habe ich sogar mal gelesen. ;) Und weiß jetzt auch, warum mir der Name Chris Willrich irgendwie bekannt vorgekommen ist, als ich die Ankündigung von "The Scroll of Years" gesehen habe.

    Da du ja solche Sachen magst - kennst du eigentlich Dhulyn & Parno?

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    1. Njet, aber wild nach genaueren Informationen! :)

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  2. Sorry, das hatte ich ganz vergessen ...

    Also, Dhulyn Wolfshead & Parno Lionsmane (ja, die Namen sind furchtbar generisch, aber man gewöhnt sich dran - und außerdem werden sie meistens eh nur Dhulyn & Parno genannt ;)) sind ein Söldnerpaar (wobei diese Partnerschaft deutlich über das hinausgeht, was man normalerweise darunter versteht; die beiden verbindet ein beinahe symbiotisches Band), das in bisher vier Romanen (The Sleeping God (2007), The Soldier King (2008), The Storm Witch (2009) und Path of the Sun (2010)) von Violette Malan allerhand Abenteuer erlebt. Das Ganze ist eine Mischung aus Sword & Sorcery und Epic Fantasy, die allerdings nicht immer ganz zufriedenstellend funktioniert. Es hat seinen Grund, warum S&S meist in der kurzen Form geschrieben wurde und wird, andererseits ist das natürlich auch immer ein Markt- bzw. Vermarktungsproblem. Anyway - im ersten Roman mäandert der Plot gelegentlich ein bisschen vor sich hin, und für einen S&S-Roman gibt es in "The Sleeping God" vergleichsweise wenig Kämpfe & Action, aber im Folgeband kriegt Vilolette Malan das dann schon besser hin. (Band III und IV habe ich selbst noch nicht gelesen, weil ich immer mal wieder zwischen Subgenres und Autoren / Autorinnen switche; die kommen aber sicher noch irgendwann dran.)

    Das Ganze erinnert einerseits ein bisschen an Fafhrd & Gray Mouser, andererseits an Jennifer Robersons Sandtiger & Del oder Simon Greens Hawk & Fisher (wobei mir die beiden Romane besser gefallen als das, was ich von Greens Stadtwachenpärchen gelesen habe). Dhulyn ist eine ehemalige Sklavin (deren Volk ausgelöscht wurde) und sie verfügt - neben ihren Fähigkeiten im Umgang mit der Waffe - auch über eine (geheimgehaltene) seherische Begabung. Parno ist ein ehemaliger Adliger aus einem der Reiche, die es auf Malans Fantasywelt gibt.

    Ich fand "The Sleeping God" & "The Soldier King" jedenfalls sehr ordentlich, und da die Auswahl an guter (oder auch nur einigermaßen erträglicher) aktueller Sword & Sorcery momentan nicht gerade sonderlich groß ist, wären die Bücher vielleicht mal einen Versuch wert, wenn man an dem Subgenre interessiert ist. Man sollte allerdings mit Band I anfangen, da die vier Bände schon aufeinander aufbauen. (Ich hab in den dritten Band gelinst, als ich ihn bekommen habe, und da wird am Anfang schon heftig auf Band II Bezug genommen.)

    Hdh. Falls du noch Fragen hast, frag ruhig; ich wollte jetzt auch nicht zu viel schreiben, denn sonst besteht die Gefahr, dass ich unabsichtlich spoilere. Und nochmal sorry, dass es mit der Antwort so lange gedauert hat.

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  3. Hey Gerd, Entschuldigungen sind wirklich nicht nötig. :)

    Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Interessant klingt das auf jedenfall, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mich sofort gefragt habe, was bei dem Mix von Sword & Sorcery und Epic Fantasy wohl "nicht immer so zufriedenstellend funktioniert". Irgendwas stimmt wohl nicht so ganz mit meinem Hirn. Statt mich auf eine potentiell unterhaltsame Lektüre zu freuen, fang ich sofort an, mich auf die möglicherweise nicht ganz so gelungenen Elemente zu stürzen. * Kopfschüttel * Wie dem auch sei, die Titel sind auf jedenfall notiert, und sobald mir mein Geldbeutel eine kleine Erweiterung meiner Bibliothek erlaubt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass ich mich einmal den Abenteuern von Dhulyn & Parno zuwenden werde.

    Ich kenne mich in aktueller Fantasy ja nun nicht wirklich gut aus. Steht es wirklich so mies um die Sword & Sorcery? Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es nach einer langen Durststrecke endlich wieder ein bisschen aufwärts mit dem Subgenre gehe. Aber in den unendlichen Weiten des Internets hört man ja alles mögliche ... * Achselzuck *

    Grüße
    Peter

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